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Was du hast hat auch dich.
Ich melde mich heute nach der Rückkehr von Ibiza – ich werde versuchen nicht zu negativ zu berichten obwohl ich nach Abschluss des Aufenthaltes und Ankunft hier am Flughafen fast vor einem Zusammenbruch stand. So schnell muss ich jetzt nicht mehr auf die Insel, habe dort alle Fragen beantwortet, alle Gespräche mit dem super neuen Anwalt geführt, habe Vorschläge zum Wegerecht machen können, und mit der Belastung meiner Nerven ist mir am Tag meines Abfluges mit dem schon auf dem Weg zum Flughafen gepackten Wagen bei einer etwas unübersichtlichen Situation durch die riesigen Transporter beim Rangieren ein Unfall passiert an dem ich Schuld hatte. Blechschaden am Fahrzeug des mir nicht bekannten Fahrers und Schaden an meinem Fahrzeug am Rückscheinwerfer.
Wo ich gerade dabei bin – warum ist das passiert und wie hat sich der Fahrzeughalter des geschädigten Wagens verhalten, ?
Am frühen Morgen wollte ich zur Bank um Geld für den Rückflug abzuholen. Eine etwas höhere Summe als normal da ich ja die Lokales nicht gekauft habe und das Geld auf mein Konto bei der Sabadell Bank zurück überwiesen wurde. Also nach einem ersten Kaffee habe ich mich in den Wagen gesetzt und mit viel zur Seite fahren und Rückfahren auf dem Hinweg nach Jesus kam ich dort dann an. Denn die Bank hat nur noch gezielt auf, von 8.15 bis 11 Uhr. Glück hatte ich noch bei der Suche nach einem Parkplatz da durch eine riesige neue Baustelle zig Parkplätze ersatzlos verloren gegangen sind.
Frau oder Mann müssen vor der Bank warten und werden reingelassen wenn einer von den zwei aktuellen Kunden die Bank verlässt. Also ist Anstehen angesagt, aber alle waren diszipliniert. Und dann konnte ich rein, erst mal Hinsetzen, der Kunde vor mir brauchte viel Zeit für seine Geschäfte. Dann kam ich dran, ruck zuck hatte ich mein Geld und konnte wieder zum Wagen. Es war noch zu früh für die Zeitung aus Deutschland. Ich bin wieder im schwierigen Verkehr zu meiner Anlage zurück , dann ab zur Wohnung und die letzten Sachen in den Koffer. Ich hatte noch etwas Zeit. Habe mich bei Renate verabschiedet, die von Hanne und Hubertus nun endgültig geräumte Wohnung kurz besichtigt. Hubertus war mit vollem Wagen am Morgen in Richtung Heimat mit Tochter Bettina abgereist. Mein Kompliment wie die Wohnung verlassen wurde. Donnerwetter, ich hätte direkt einziehen können.
Also ich zu mir nach unten, Koffer und Bürokoffer nach oben in den Kofferraum geschleppt. Und immer in Sorge um mein Geld dass ich mit nach Hause nehmen wollte. Zurück in die Wohnung und dann zum Schluss noch mal ordentlich Stress mit Telefonaten und Restepacken. Und immer wird etwas vergessen. Diesmal mein Ladekabel – aber so ist das wenn man alleine eine Wohnung verlässt. Die Töpfe zum Wasser auffangen blieben stehen. Eine hässliche Dekoration.
Rauf zum Wagen, rein und los und Bumms. Und der Flieger wollte mich doch mitnehmen. Paco und Jenny warteten auf mich.
Und jetzt kommt mein so gutes Erlebnis auf der Insel in dieser Zeit. Als es bummste schrie der Eigentümer des Wagens und kam aus dem Haus gegenüber die Treppen runter gerannt. Ein noch jüngerer Mann mit dem ich dann zu tun hatte. Er fragte nach meiner Visitenkarte und machte ein Foto aus meinem Reisepass. Er hörte dann dass ich mit Bernd ,der zufällig vorbei kam, deutsch sprach und der Geschädigte war auch Deutscher und wir sprachen dann über den Rest der Abwicklung. Und er merkte wie ich zusammen krachte innerlich da ja mein Flieger in der Zeit war. Ich glaube er heißt Simon und arbeitete in dem Haus gegenüber. Als ich dann sehr genervt über meine Dummheit wieder zum Wagen ging, folgte er mir , nahm mich in seine Arme und versuchte mich zu trösten. Das werde ich ihm nie vergessen.
Was hätte der Deutsche oder ein anderer Autofahrer gemacht? So die Norm unserer Mitbürger?
” Ich rufe jetzt die Polizei, Sie warten hier bis die hier ist, dann wird die Aufnahme gemacht ect ect.”
Und mein Flieger wäre in Richtung Düsseldorf unterwegs gewesen, der Flughafen war übervoll, ich hätte weiter auf der Insel bleiben müssen bis ich dann in den letzten Tagen vielleicht noch einen Direktflug bekommen hätte.
Meinen Freunden, von denen ich den Wagen miete, merkten auch meinen Zustand. Jenny lapidar ” die muss neu, der Rückfahrscheinwerfer” und ich genervt lass ihn machen und gib mir die Rechnung. Da merkte sie meine dünne Haut. Paco, der so schwer krank ist aber mich zum Flughafen fährt war so angenehm und freundlich und meinte nur dass meine Gesundheit das Wichtigste wäre.
Ich kam zeitig an zum Check -In wo eine lange Schlange Kunden mit vielen Kindern wartete. Da ich durch meine Karte mit Nr. 1 fliege kam ich quasi direkt durch die Kontrollen und ich wagte nur zu hoffen dass es keine Fragen zu den Papieren gäbe. Gab es nicht. Aber ich war total fertig – und das mit dem Geld in der Tasche. In Düsseldorf angekommen warteten wir fast eine halbe Stunde auf unser Gepäck – aber dann kam es endlich und Mohamed kam mir schon entgegen gelaufen als ich oben mit dem Fahrstuhl ankam. Ein so liebevoller Empfang und ich stand kurz davor zu heulen nach diesem bisherigen Tagesverlauf. Und jetzt habe ich mich so auf die drei Tage frei hier gefreut und fange nur ganz langsam mit der Post an – und vorerst bleibt Düsseldorf mein Zuhause mit Arbeitsplatz. Heute noch fragte mich einer meiner Berliner Freunde wann ich dann wieder mal dort wäre. Ja, ihr Lieben ,ich komme aber ein paar Tage muss ich nach dem Ibiza mal zur Ruhe kommen.
Meine Wohnungen in Can Furnet sind gerade im Untergeschoss durch totalen Lärm kaum zu bewohnen. Morgens ab 7 Uhr kommen die Arbeiter, gegen 8 Uhr geht es aber wie los. Mehrere Bagger, Krane, alles im Einsatz. Und setzt Euch mal in meine Lage, jeden Tag wird die Mauer an unserem Grundstück einen Meter höher. Und jahrelang haben wir das Grün genossen, die Ruhe und den Blick auf Stadt und Meer. Die obere Wohnung wird hoffentlich verschont, aber der untere und mittlere Teil verlieren die Sicht und damit auch Wirkung. Und diese großen Häuser werden erst mal gebaut, verkauft müssen sie noch werden. Wenn ich an die Satzung der Anlage denke mit all den Auflagen bei Hausbauten – da muss viel Geld geflossen sein diese Auflagen auszuhebeln. Es gibt keinen Torrentes mehr in unserer Nähe, alles zugebaut, das Ergebnis zeigte sich jetzt bei dem unwetterartigen Regen und Gewitter in der letzten Woche.
Zum Wochenverlauf selbst ein paar Details. Da meine Freundin Danijela auch mit Arbeit überlastet war und ich Hunger hatte habe ich am Montag bei Hühner Karl angerufen da ich in Erinnerung hat dass Montag der Tag der Roulade ist. Ja, ist war die Antwort. Ich in meinen Wagen und los nach Eularia. Haha, die neue Autostraße ist super, aber die anschließende ursprüngliche Landstraße wurde an vier ! unabhängigen Baustellen mit Ampelleitung geregelt. Wäre ich mal nur über den Landweg gefahren den ich nach dem so leckeren Essen zur Rückfahrt ohne Einschränkung benutzte. Und was hat mir das Essen geschmeckt und der freundliche Koch und sein Chef versuchten mich aufzuheitern. Und ein frisch gezapftes Bier auf der Außenterrasse hat mich wieder etwas Mensch werden lassen.
Am Abend hatte ich dann über Handy Stress mit einer Nachbarin, eigentlich habe ich sie als Freundin eingeschätzt, die sich über den Geruch des Kamins in der Luft um ihre Terrasse beschwerte. Seit zehn Jahren brennt der Kamin zu dieser Jahreszeit in der Regel von 19 Uhr bis gegen 22 Uhr. Kann sein dass durch die Baumaßnahmen die Veränderungen in der Luft zunehmen, aber das ist eben die Entwicklung in der heutigen Zeit. In jeder meiner Wohnungen habe ich einen Kamin , und nicht zur Schau, und alle brennen wenn ich da bin.
Dann kommt nach diesem schlechten Abendgeplänkel der neue Tag und einer dieser wenigen Höhepunkte : unser gemeinsames Mittagessen wie schon seit Jahrzehnten in S Gertrudis. Margot und ich liefen nach Plan ein, vor den wenigen Lokalen standen die Menschen teilweise in Schlangen. Ja, immer noch Haupturlaubszeit. Aber mit unserer Raffinesse hatte ich einen super Platz ergattert. Wir hatten alles im Blick. Das Essen war wie immer gut, wir hatten viel zu erzählen, und zum Abschluss ließ ich den Rest von der Hühnerbrust für meinen Kater einpacken.
Ab in den Mittwoch. Wie immer war ich froh wenn ich mal aus dem Krach kam. Danijela und ich hatten um 11 Uhr den ersten Termin bei dem Anwalt der die Gemeinschaft in Zukunft vertreten soll. Wir waren pünktlich am Büro. Dann die Bitte der Kanzlei den Termin zu verlegen da der Anwalt nicht bei Gericht aus der Sitzung käme. Also zurück zum Anfang.
Am Nachmittag hatte ich einen Einladung von Hubertus zu seinem 85 ! Geburtstag bekommen. Ab 14Uhr bei Marcs. Was war das mal wieder schön. !! Und ich bewundere ihn wie er das alles noch auf die Reihe bekommt. Seine Tochter war meine Tischdame und sein Enkel versuchte Fotos zu machen. Und all die Gäste mal von der Sorte mit denen man sich gern unterhält. Natürlich hat mir Hanne bei dem Treffen gefehlt. Aber sie hat von oben mit dirigiert. Es war herrlich im Garten gedeckt im Grünen an einer langen Tafel. Hubertus noch mal auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön.
Am nächsten Tag wollte Jenny noch mit mir einen Kaffee trinken. Eigentlich keine Zeit und keine Lust. Denn um 12 Uhr war dann der Anwaltstermin . Und der war ausgezeichnet. Es geht Herrn Baradat auf der Insel der Ruf voraus der beste Anwalt auf der Insel zu sein. Wir haben das zukünftige Vorgehen zu den Lokales und auch zu dem Wegerecht durchdiskutiert. Fast eine Stunde sehr gehaltvoll, mir fiel zum Wegerecht im Zuge der Diskussion eine Möglichkeit ein um einen Zugang zu unserem Grundstück von der Straße aus dann doch direkt zu erreichen. Das werden die Anwälte durchdiskutieren. Zu diesem Anwalt sollte man gehen auch wenn er sicher nicht der Günstigste ist.
Die Frage meiner Freunde ? Wo sind denn eigentlich die anderen Eigentümer wenn Du immer alleine auf dem Schutzwall für Altamira stehst? Ja. wo sind sie wohl. ? In England, in Frankreich in Madrid, aber keiner hat Zeit und Lust seine Zeit für die Gemeinschaft einzusetzen.
Und wie ich in der Vorbereitung zu meinen Gesprächen feststellte habe ich die erste Wohnung 1992 gekauft. Die Mieteigentümerin Mdm. de Vrainville hat mich dann gebeten die Präsidentschaft zu übernehmen was man mir als Banker dann doch zutraute. Und damit habe ich seit 2001 dieses Amt inne, und die Frage wer mich mal ablösen kann stellt sich den Miteigentümern wohl nicht.
Zum Abschluss jetzt – es ist für mich sicher in den nächsten Wochen die nun endgültig freigewordene Wohnung von Hubertus zu verkaufen. Im Moment versuchen mich meine Freunde von meiner Preisidee abzubringen. Ich kalkuliere einen zu niedrigen Preis. Ich werde noch einmal darüber schlafen – aber ich muss jetzt die
berühmten ” Nägel mit Köppen” machen. Es bleibt genügend übrig. Und dann kommt meine Wohnung dran.
So meine Planung und jetzt werde ich mich mit etwas Lektüre in meinen Lesesessel zurückziehen.
Ein gutes restliches langes Wochenende wünscht der durch den Ibiza-Stress genervte
Manfred
Verena und Mohamed passen auf mich auf – mit Argusaugen. 🙂




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