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Eigentlich sollte ich bei dem Wetter auf der Terrasse sitzen
und einfach mal nix tun. Aber einige Freunde warten auf meinen Wochenendblog und den werde ich jetzt abfassen. Es war nämlich viel los in den zurückliegenden Tagen hier bei mir in Düsseldorf. Nicht wie in der letzten Zeit immer und immer mit Stress, nein ,vor allem gestern hatte ich einen ungewöhnlichen Tag der mir gezeigt hat dass Mann auch mal Ruhe bewahren muss. Und nach einem solchen Tag bleibt Gutes über für den nächsten Tag, also für heute.
Am vergangenen Montag habe ich wie immer ,wenn Ulla im Haushalt das Regiment übernimmt, eine Menge im Büro geräumt, und immer noch bin ich nicht fertig. Sollte Mo gleich kommen, er hat sich angekündigt mir heute Nachmittag zu helfen, werden wir die ausgesonderten Akten in den Keller schleppen, damit bekomme ich hier weiter Luft für die aktuellen Unterlagen.
Dienstag hatte Mo Geburtstag, aber den vollen Tag bis in den Abend durchgearbeitet. Ich persönlich bin so stolz dass er meiner Bitte folgt und nicht nach der Ansicht seines Schwiegervaters an solchen Tagen einfach unentschuldigt fehlt. Dazu später noch ein paar Bemerkungen.
An dem Dienstag hatte ich meiner neuen Begeisterung gefrönt. EBay. Kostet viel Zeit und manchmal auch Geld. Aber wir brauchen ja nichts. 🙂 So stromerte ich durch das Netz und fand einen Stapel von Spielfilmen für Kinder. So 35 Stück zu annehmbaren Preis. Also nahm ich Kontakt zur Verkäuferin auf. Ja, gern können Sie die Filme morgen abholen. Nee dachte ich mir – ich muss die nicht unbedingt haben. Hatte mir auf Handy angesehen dass es zwar Düsseldorf war aber doch weiter entfernt. Und ich habe gezockt. Ja, ich nehme die Filme aber ich kann sie nicht holen. Stille am anderen Ende der Leitung. Und wenige Minuten später kam die Ansage, ja , wir haben jemanden der die Filme morgen früh bei Ihnen vorbeibringen kann. Also es geht doch. Die Filme kamen, netter Bote sackte das Geld ein mit einem Dankeschön und verschwand.
Dann gings weiter mit Einkauf und Arbeit. Ich hatte ja beim letzten Kauf bei Real ein Stück Elektro gekauft das gegen Marderfraß im Auto sein sollte. Und ich habe ja viel Ärger mit den Eichhörnchen, vor allem jetzt im Frühjahr wenn die Töpfe neu bepflanzt werden. Schon am nächsten frühen Morgen sind die zwar niedlichen aber lästigen Tierchen auf der Terrasse und graben wie die Weltmeister. Und ich jedes Mal mit Schaufel und Besen den Dreck weg und daran gedacht was wieder durch die Bohlen auf das Dach gefallen ist.
Also habe ich es gewagt. Ich habe das mit vier Batterien getriebene kleine Elektroteil gekauft und zusammen
gebaut . Recht einfach. Durch nicht hörbare Hochfrequenzen sollen die Tiere sich nicht weiter auf der Fläche bewegen. Mir war es einfach ein Versuch wert. Und ich kann es bis heute nicht glauben, nicht ein Pott wurde auf den Kopf gestellt. Abends hole ich das Teil rein, Batterie ausgestellt und früh am nächsten Morgen wieder raus auf die Terrasse. Es soll bis auf 40 qm wirken. Aber da meine Terrasse rd. 50 qm groß ist habe ich beim gestrigen Realkauf mir noch einmal so ein Ding gekauft. Heute werde ich es installieren und sehen ob ich einen guten Riecher hatte. Meine Freunde in Köln haben schon nachgefragt. Sie haben wohl ähnliche Probleme.
Die mitgebrachten jungen Pflanzen habe ich eingepflanzt, und die vorjährigen Geranien versuchen mich mit Grün zu besänftigen. Hatte ich Ulla zu Liebe nicht im Herbst auf den Müll geworfen und sehe jetzt schon bezahlbare Frischblüher auf den Tischen der Gartencenter und auf dem Markt. Morgen kommt Ulla und dann werde ich mal ein Machtwort sprechen. Aber die Dinger können ja nicht in den normalen Müll und braune Tonnen haben wir hier nicht in der Stadt.
Nach einem vollen Arbeitstag kam nach Absprache noch ein Neumieter zu mir und brachte mir die Unterlagen für die Mietkaution. Doch recht müde habe ich mir dann noch einen Besuch bei Wilsberg in Münster gegönnt, Aber ich war eigentlich zu müde und mir fielen doch zeitweise die Augen zu.
Am Donnerstag hatte meine Freundin Marie Claire Geburtstag. Wie bei allen Geburtstagskinder bleibt es bei den Wünschen und endet nicht mit einem herzlichen Umarmen.
Verena und ich hatten einige neue Dinge zum Verkauf in eBay und auch in meinen Blog gestellt. Ein alter Krug hatte das Interesse schon nach kurzer Zeit in der Form geweckt, dass in zeitlichem Ablauf wohl zwei Händler angerufen haben um sich zu erkundigen nach dem guten Stück. Und immer wieder endet diese Art von Diskussion ” haben Sie vielleicht noch etwas Silber oder Gold oder oder oder”. Und so war ich ganz schnell mit diesen Anrufen fertig.
Am Abend habe ich mir dann mal einen Film angesehen von dem ich schon viel gehört hatte aber nie gesehen habe. “Gegen die Wand”, dieser schwierige und hoch ausgezeichnete Film des damals noch jungen Regisseur Atkin ? mit einer inzwischen etablierten jungen türkischen Schauspielerin hatte mich doch sehr beschäftigt. Endlich mal nicht so ein üblicher Trash.
Aber trotz der Probleme im Film hatte ich dann gut geschlafen.
Am Freitag wurde von der Stadt schon vor einiger Zeit der Austausch des Wasserzählers hier im Haus angekündigt und auch gut ausgeführt. Der Mitarbeiter der beauftragten Firma sehr freundlich, sehr genau und sauber bei der Arbeit. Auch nicht immer der Fall bei Serviceleistungen im öffentlichen Auftrag.
Am Nachmittag bin ich dann noch einmal mit Verena zu unserem beliebten Gartencenter Bogie gefahren. Mein Gott was war das da voll. Verena kaufte sich noch etwas für ihren Garten, dann bei Real ich noch etwas für den Kühlschrank, sie haben so leckere vom Metzger gemachte Salate, aber als ich zu Hause auf den Preis sah, Donnerwetter aber lecker. Reimt sich sogar.
Abends habe ich dann noch bei eBay geforscht. Das Ergebnis war ein so schöner kleiner Opium-Tisch der jetzt hier bei mir den Haushalt ergänzt. Natürlich nicht notwendig aber total süss.
Und da gab es noch den von mir schon so lange gesuchten Tisch von Isamu Noguchi . Und als Replika sehr preiswert. Da ich aber meinen Wagen noch nicht fahrbereit hatte konnte ich ihn nicht kaufen. Weg ist er, aber ich werde mal weiter suchen. Er würde gegen einen einfachen weißen Holztisch ausgetauscht werden. Und wenn es nicht anders geht suche ich mal auf anderen Seiten. Ich bin auf der Spur.
Und jetzt kommt der gestrige Samstag. Was war der ereignisvoll. Morgens haben wir mit Verenas Wagen den kleinen Opiumtisch abgeholt. Mein großer Touareg hatte nach langem Stand in der Garage keine Lust mehr anzuspringen. Wie auch immer wir fuhren den Tisch mit dem BMW abholen der ja jeden Tag auf Tour ist.
Dann kam wie verabredet Mo um mir am Wochenende zu helfen. Ich hatte vor zehn Sack Pflanzenerde zu kaufen und noch einige andere schwerere Sachen wie so Weinkisten die ich zum Vorrat brauchte. Und als ich Mohamed das Wagenproblem schilderte sind wir erst mit seinem Wagen zum Real gefahren. Mein Gott, neue Ausgangsregelung. Jeder einen Korb, lange Schlange vor der Türe. Aber wir brachten die Geduld auf und warteten. Endlich waren wir dran, wir luden ein und ich suchte noch einmal nach dem Marderschreck. Keine Bedienung weit und breit. Aber endlich fanden wir einen jungen Verkäufer der uns half.
Damit war aber der Tag noch lange nicht zu Ende.
Wir fuhren nach Oberkassel. Mo lud sich die ganzen Sachen auf die Schulter und rein ins Haus zum Aufzug. Ich durfte nichts mit tragen. Endlich war alles hier oben und verstaut. Aber der Tag war noch nicht zu Ende.
“Der Touareg springt nicht an? Geht nicht” so Mo und wir wanderten zur Garage. Nein, er sprang nicht an.
Aber die Hecktüre ließ sich öffnen. Und ehe ich mich versah war der Freund rein , die Rückenlehnen umgekippt und auf den Fahrersitz. Ich alter Sack stand da , ehrfürchtig und rumms, der Wagen sprang an , vorn der Anlasser hatte es geschafft mit dem Druck von Mo.
“Komm rein, wir fahren den mal ein Stück damit die Batterie wieder etwas Kraft bekommt. ” Aber ich war froh dass er fahren wollte. Und wie. Wir sind dann auf die Autobahn in Richtung Krefeld. Ich hatte weder Papiere noch Geld bei mir. Und wir fuhren in den späten Nachmittag. Und wie – mit viel Schmackes auf die fast 200 km/h da die Maschine richtig arbeiten sollte. Und bei Meerbusch sind wir von der Autobahn ab und Mo wollte mir die Baustellen vor Ort zeigen wo er derzeit arbeitet. Donnerwetter was die doch kleine Firma schafft. Drei Häuser im Um- und Ausbau und Neubau im Bereich Meerbusch. Und ich merkte, obwohl er gern eine andere Arbeit hätte, wie stolz er auf seine Arbeit und damit auf seine Firma war.
Und jetzt fahren wir noch zu mir nach Hause, sagte er, die Kinder wollen Dich sehen und Du hast ja auch wieder DVDs für sie dabei. Ich war eigentlich zu müde noch einen Besuch mit viel Lärm zu ertragen. Aber er hatte mir so geholfen, also sagte ich ja zu dem Besuchswunsch.
Nach langen Monaten doch ein eigenartiges Gefühl wieder in die Gegend zu kommen die mehr als vierzig Jahre mein Zuhause war. Schon beim Ausstieg traf ich Nachbarn die sich bemühten den Ablauf am Vordach sauber zu bekommen. Alles so mein Jahrgang. Die Leiter stand angelehnt. Und ich bat Mo mal nach oben zu steigen um nachzusehen. Nach wenigen Minuten war alles erledigt.
Über die Straße dann in die Reihe gewechselt wo mein Haus und Michaels Haus stehen. Mo ging vor um die Familie zu informieren dass ich mit käme. Aber ich wollte vorher noch bei meiner ehemaligen Nachbarin Frau Jantze klingeln dass ich in der Nähe wäre. Was haben wir uns gefreut als ich plötzlich vor der Türe stand. Der Kaffee von Mo musste etwas warten. Herr Jantze kam dazu und wir haben eine kurze gute Zeit gehabt. Alles so wie früher, heutzutage noch intensiver da nicht mehr so oft – wir telefonieren häufiger aber face to face eben viel zu selten.
Dann bei Mo Kaffee getrunken. Die Kinder sehr lieb aber auch laut. Ich war so lange nicht mehr da und das wollten sie ausnutzen. Mo`s Frau machte lecker Kaffee und ich versuchte sie auch mit ins Gespräch zu bringen da ihr Deutsch noch ganz wenig vorhanden ist. Nach einer weiteren halben Stunde, Michael würde stolz sein sein ehemaliges Zuhause und den Garten so gepflegt zu sehen, fuhren wir los . Ich hoffe nur dass im nächsten Jahr der Mietvertrag für die Familie im Sinne meines verstorbenen Freundes verlängert wird. Da will ich keine Diagnose stellen.
Und ich fuhr dann den Wagen wieder zurück. Nach wenigen Minuten hatte ich das Steuer wieder im Griff. Ein tolles Auto – aber Zeichen der Zeit – keine Tour mehr nach Berlin, keine wöchentliche Fahrt nach Köln, da muss ich mir etwas einfallen lassen. Morgen melde ich ihn zur Inspektion an und dann mal wieder mehr auf die Strasse mit dem Wagen Mal Ziele aussuchen und wenn es die Pflanzcenter oder Baumärkte sind. Doch da bleibt immer doch ne Menge Kohle in deren Kassen.
Die Sonne scheint immer noch – und jetzt fange ich an die zweite Hörnchen-Abschreckung aufzubauen. Ich liebe Eichhörnchen, aber bitte unten im Garten.
Freuen wir uns auf einen gemütlichen Abend und eine nicht so stressige neue Woche.
Manfred




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