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Januar 2021
Hola und einen guten Nachmittag aus der Höhe von Oberkassel.
Eben kam mal kurz die Sonne zum Vorschein in dem bisher so trüben Januar 2021.
Das Wetter ist hier in unseren Breiten ungemütlich und macht nicht fröhlich , wenn ich mir die Daten im Internet zu Corona ansehe kann ich es nicht glauben, dass das, was wir über uns ergehen lassen, kaum eine Änderung mit sich bringt. Und der Jahresanfang ist für mich und die Familie von Hanne alles andere als gut. –
Aber wir müssen nach vorne sehen. Das merkte ich in den letzten Tagen wahrlich an der Arbeit auf dem Schreibtisch. Jahreswechsel mit so vielen Ecken und Kanten, auch durch die Situationen im Außenbereich kommt Vieles ins Stocken und braucht mehr Zuwendung bei der Abarbeitung.
Meine letzte Woche ist vor allem gezeichnet durch den Gehörsturz, landläufig Tinnitus genannt, der mich schon seit März des letzten Jahres quält, der aber zu spät erkannt wurde. Durch meine neue Hausärztin wurde ich zum ersten Mal klar auf diese Krankheit hingewiesen, die nicht durch Medikamente geheilt werden oder vom Körper entfernt werden kann.
Mein Ohrenarzt, den ich deshalb aufsuchte, hat ein Schreiben an meine Krankenkasse verfasst, super, da die sich geweigert hat mich bei der notwendigen Therapie zu unterstützen. Wenn ich als gesetzlich Versicherter so eine Menge Geld dort hinlegen muss, eine weitere Erhöhung liegt auf meinem Tisch, dann kann eigentlich eine solche Verweigerung nicht sein.
Das Schreiben von Dr. Meisel hatte eine Wiederholung der Ablehnung zur Folge. Wenn ich die akzeptiere dann sind sie zufrieden.
Ich bin bei mehr als 800,– Euro Monatsbeitrag nicht zufrieden mit der Ablehnung. Dann, so die Barmer, wird in einigen Wochen ein Gremium über meinen Einspruch beraten.
Unabhängig davon werde ich mich jetzt in den nächsten Tagen selbst um eine Therapie kümmern – müssen-. Denn ich schlafe seit einigen Wochen nur noch drei Stunden in der Nacht. Dann kommen die Gedanken was zu tun und zu lassen ist. Diese Gedanken würde ich gern tagsüber in Ruhe und mit schnellem Ergebnis durcharbeiten.
So habe ich heute am Morgen bis gegen Mittag im Büro gearbeitet, dann etwas Schlaf nachgeholt und jetzt bin ich dabei mal etwas über die letzten Tage aufs ” Papier” zu bringen ,wie das früher hieß.
Nachdem nun zwischen Weihnachten und Neujahr nicht gewaschen wurde wird da aufgearbeitet. Meine Ulla hat schon letzten Montag das Bügeleisen geschwungen. Aber da sie ja die Winterversorgung für meine mehrere Dutzend Terrassenpflanzen übernommen hat und auch der Kamin in ihrem Aufgabenbereich angesiedelt ist achte ich darauf dass nur nach und nach die Bügelei, die sie gern macht, abgearbeitet wird. Und erschreckend was so ein “Junggeselle” an Wäsche verbraucht. Ist doch schön mal immer wieder , wenn auch mit Tinnitus, in frische Bettwäsche zu hüpfen. Und da ich keine Spülmaschine einsetze brauche ich auch eine Menge Geschirrtücher. Schöne alte Leinentücher aus meiner Zeit in Berlin wo ich eine alte Händlerin auf dem Markt hatte bei der ich fast wöchentlich Leinenwäsche kaufte. Sie bekam sie immer kurz vor dem Wochenende mit einem Wagen aus dem Ruhrgebiet aus den Altenheimen, und meine Händlerin verhökerte sie noch bis sie kurz vor 90 war auf dem Markt 17.Juni. Und sie hatte immer viel Freude daran wenn ich mal wieder zugreifen konnte. Tischdecken mit viel Stickerei aus Vorzeiten und vor allem die Kopfkissen der Alten die so liebevoll bearbeitet waren. Letzte Woche habe ich noch etwas davon in die Kiste von meiner Freundin Heike gesteckt , die dann jetzt in Ungarn eine weitere Heimat gefunden haben.
Die Kisten mit dem Christbaumschmuck sind wieder auf dem Weg in den Keller. Und in meinem Alter darf man sich fragen ob man den Schmuck zu kommenden Festtagen wieder nach oben holen darf.
Am Mittwoch dieser Woche hatte ich meinen Freund Martin aus Breslau vor 21 Jahren in Berlin getroffen. Und wir haben immer noch Kontakt durch nette WhatsUps , eine Technik , die uns sehr verbinden kann wenn wir das wollen. Und wenn wir das nicht wollen müssen wir das auch unmissverständlich äußern. Und aus meiner Erfahrung wirkt das.
Meine Lieblingsnichte Simone wurde am Freitag schon wieder ein Jahr älter. Schade, dass wir uns so wenig sehen können – keine Chance uns in unserem Lieblingscafe de Paris zum Kaffee und zum Plausch zu treffen. Und wie mir heute meine Freunde Christian und Uwe auch schrieben ” das was Du vermisst vermissen wir auch , die Umarmung von Freunden und Bekannten “. Das ist das was die Pandemie so mit uns macht und wir können ja noch nicht erkennen, wann das mal zu Ende ist. Ich habe so Sehnsucht nach Ibiza, nach Bangkok zu meinen Freunden dort, das Abendessen auf der Straße bei Mama, und dann denke ich sofort daran, wovon leben die denn ohne die Touristen? Vielleicht haben die Chinesen einen Weg gefunden über die Grenze zu kommen und dann auch wieder zurück ohne großen Aufwand. Für mich ist die jährliche Reise nach Bangkok erst einmal Geschichte.-
Aber denken wir mal zurück nach Deutschland. Was macht die alleinerziehende Mutter mit drei Kindern im Grundschulalter oder noch Kindergarten? Vater hat sich davon gemacht und diese Mutter steht nun da mit der Frage ” Was mache ich jetzt?” Und die Kinder ? Richtig grausam dieses Leben im Moment. Und was machen die Existenzen, die vom Verkauf leben? Die von den Gästen leben? Und ich bin ganz sicher, da wird uns noch einiges aufgebürdet werden. Vor allem denjenigen, die mehr als die Grundrente haben. Da wird Herr Scholz demnächst noch richtig zugreifen.
Aber jetzt erst mal Schluss mit den schlechten Dingen ,die wir zu überstehen haben. Verena, meine Tochter, fühlt sich so wohl in ihrer schönen Wohnung mit Garten. Jeden Morgen stehen die Eichhörnchen schon vor ihrer Glastüre mit erwartungsvollem Blick. Und die von ihr mitgebrachte Futterstelle wird inzwischen kräftig von den Singvögeln und den weniger singenden Fliegern angeflogen. Wahrscheinlich war da nicht viel los als sie einzog da Marie als Vormieterin eine Katze hatte die den Auslauf genoss. Und das hatten die Vögel wohl nicht so gern.
Verena und ich machen ja jetzt auf eBay und über diesen Blog die Ansage die Dinge, die nicht gebraucht werden, an Interessenten abzugeben. Und immer wieder gibt es interessante Begegnungen, gerade auf eBay gehen die Dinge manchmal so schnell weg dass ich sie nicht mehr in den Blog bekam. Und das freut mich so sehr denn ich habe ja immerhin drei Haushalte die viel hergeben.
Und eine Überraschung, über die ich mich so gefreut habe. Ich vermisse doch meine Freunde mit dem Zeitungsladen. Sehr. Es fehlt so die morgentliche Anlaufstelle. Der Laden wurde ruck zuck von dem Sohn und seiner Frau geräumt. Noch heute stehen Fußgänger vor dem Laden und lesen den im Fenster hängenden Zeitungsbericht, der über den Rückzug von Hoppes aus dem Alltag berichtete. Zeitungen am Sonntag? Hier in Oberkassel wüsste ich keine Stelle. In der Woche gibt es die Bild und den Express bei zwei Bäckern, die übrige Presse bei Rewe. Aber ich möchte nicht wegen der Zeitung morgens durch Rewe rennen, vor allem bleibt immer wieder was im Korb was ich eigentlich gar nicht brauchte. Und die Überraschung? Verena hatte meine Trauer bemerkt. Und als ich morgens mal die Türe aufmachte ? Da lag die druckfrische Presse und ein frisches Brötchen zum Frühstück auf der Matte. Habe ich mich gefreut. Und das ist in der letzten Woche nicht einmal passiert. Und als ein wenig Dankeschön sind wir dann am Samstag zu Aldi mit meinem großen Wagen gefahren. Donnerwetter. als wir zurück kamen war erst einmal Auspacken angesagt. Und was war ich froh ,dass der zickige Aufzug mich nach oben in meine Höhen transportierte.
Und bei dem umfangreichen Einkauf waren aber auch drei Kisten Wein und ein Dutzend Wasserflaschen. Aber, die Kühlschränke sind wieder für die nächsten Tage richtig voll . Und die Weinregale auch.
Und so fing mein Frühstück heute mit lecker Jamon Serrano Gran Reserva an, auf frischem Graubrot und lecker Kaffee. Wir müssen es uns einfach schön machen in dieser Zeit.
Also mache ich heute am Sonntag etwas früher Schluss im Büro. Verena ist im überfüllten Wald zu einem Spaziergang und ich habe das Gefühl dass ich gleich noch zum Dämmerschoppen eine nicht mehr so ganz junge Tageszeitung auf dem Tisch liegen habe.
Auch die kommende Woche wird vielschichtig mit Arbeit werden. Eigentlich ist jeder Tag arbeitsmäßig verplant. Das hängt vor allem mit dem Jahresabschluss in den verschiedenen Bereichen zusammen.
Macht es Euch gemütlich – ich mache es heute Abend auch. Und bleibt gesund – wir brauchen uns alle.
Manfred
frische Osterglocken blühen seit heute Morgen auf meinem Bürofenster. Auch Aldi




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manfred_jungbluth
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