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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Dieses Zitat aus dem Buch ” Der Kleine Prinz ” von Antoine de Saint -Exupe´ry hat mich veranlasst mich in diesen freien Tagen noch einmal etwas mehr mit Literatur zu befassen. Natürlich bleibt mir noch Zeit für die Tageszeitung, die tollen Wohnzeitschriften die ich so liebe und last but not least habe ich noch die Zeit abends auf dem Balkönchen die wöchentliche Klatschpresse zu lesen.
Damit habe ich einen derzeitigen Aufenthalt verraten – ich genieße immer noch so sehr meine kleine Wohnung in Berlin in der Behringstr. Hoch oben sehe ich auf die blühenden Linden unter mir wenn ich abends auf Balkönchen sitze, ich sehe trotz quasi Innenstadt die Schwalben über mir hin und her segeln, also ich werde nicht mehr so lange warten bis ich wiederkomme. –
Seit Oktober war ich nicht mehr in Berlin – und die Stadt als solche reizt mich wie ich gestern gemerkt habe, in diesen Tagen überhaupt nicht. Gestern endlich habe ich mich gegen späten Vormittag aufgemacht um in die Innenstadt zu fahren. Da konnte ich mir sicher sein nicht im Berufsverkehr in die Waggons zu müssen.
Haha, ich enterte einen Wagen, fand einen guten Sitzplatz, aber …………..schräg gegenüber saß ein baumlanger Kerl irgendwo aus Afrika. Und kaum saß ich auf meinem Platz bekam ich ein lautes Telefongespräch mit das er mit einer Bekannten am anderen Ende der Welt führte. Laut war er und laut war die Ansage aus dem Handy. Ich überlegte etwas zu sagen, ließ das aber sein.
Zwei Stationen weiter stieg ein weiterer Nichtberliner ein. Kaum auf dem Platz wetteiferte er mit dem Farbigen in Lautstärke aber man hörte wenigstens nicht die Gegenstimme..
Ermutigt durch das Telefongewirr machte dann ein dritter junger Mann sein Handy an und telefonierte auch laut denn er musste ja gegen die beiden Lautstärken ankommen.
Warum bin ich nicht aufgestanden und habe den Wagen gewechselt.? Das frage ich mich immer noch. 🙂
Als ich dann nach einer halben Stunde mein Ziel erreicht habe – Savigny-Platz – ging ich in der doch sehr warmen Luft durch den Bahnhof auf den Platz in Richtung meines sehr geschätzten Möbelhauses Habitare.
Zwei Männer standen draußen vor der Türe mit Papieren in der Hand wohl um etwas abzuholen.
Und ich wollte rein. Fehlgeplant. Nein, Sie können nur hier rein wenn Sie die neue App für die Impfung haben und Sie möchten bitte hier noch einen längeren Fragebogen auch im Zusammenhang mit Corona ausfüllen. Warum das? Ich habe hier meinen Impfpass und sollte doch Einlass bekommen. Ein striktes “Nein” war die Antwort. Und ich war richtig sauer.
Auf dem Absatz kehrt in Richtung Ku-Damm. Die Außenterrassen waren ganz gut besucht, es war so gegen 12 Uhr . Und es ging auf die 30 Grad zu und meine Lust zum Stadtbummel sank von Minute zu Minute.
Dann geh wenigstens etwas zu Mittag essen. Ich hatte Lust auf Asiatische Küche. Und in der Gegend haben sich einige Lokale aus Vietnam und Thailand angesiedelt. Und waren auch gut besucht. Habe mir einen Vietnamesen ausgesucht, etwas bestellt und als die Suppe kam habe ich mir mit dem ersten Löffel mit einer Scheibe Möhre die Zunge so richtig verbrannt. Mit einem alkoholfreien Erdinger habe ich zu löschen versucht.
Gegessen, gezahlt und ab in die Bahn. Das ist so gut dass meine Wohnung hier direkt in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs liegt und ich in die östliche oder westliche Richtung in kurzen Abständen fahren kann.
Und ich kam etwas genervt bei mir zu Hause an und ab zum Mittagsschlaf.
Nun ist der nicht immer in Ruhe zu genießen. Warum ? Zwei Lärmquellen habe ich um mich herum. Wie im Moment ist der Kindergarten wieder auf und eine große Anzahl der Glücklichen tobt in dem Garten der unmittelbar an unser Grundstück angrenzt. Aber am Wochenende toben die Kleinen zu Hause und ich kann die Fenster auflassen damit richtig gute Zugluft meine Wohnung durchzieht und mich erfrischt.
Die zweite Lärmquelle sind die Baumaschinen in unmittelbarer hörbarer Nähe. Sämtliche Baulücken auf der Straße und den Nebenstraßen sind hochwertig in den letzten Monaten bebaut worden. Unsere Ecke hier wird sehr gut angenommen. Das merken wir auch an den Bewerbungen um unsere Wohnungen hier im Hause. Nein, wir bleiben unter uns – das haben wir uns zugesichert.
So habe ich die Woche bisher genutzt abgesehen vom Vietnamesen einige Male mit meinen Freunden essen zu gehen.
Am Sonntagmorgen war ich von D. und R. zu einem wunderschönen Frühstück eingeladen. Wir hatten uns ja auch Monate nicht mehr gesehen. Und als ich auf meinem Platz saß und verwöhnt wurde sah ich auf zwei Porträts die meine Freunde vor Jahren bei mir gekauft hatten. Uns so fühlte ich mich wieder etwas wie zu Hause..
Am Dienstag war meine Freundin K. hier bei mir angesagt. Sie kam bei mir an als hätte ich Geburtstag. Päckchen und Päckchen lud sie ab ehe wir uns auf Balkönchen zum ausführlichen Quatsch niederließen. Wir hatten uns ja auch so lange nicht gesehen und es gab ja doch da ein oder andere Geheimnis das wir austauschen mussten. Nach langer schwerer Krankheit arbeitet sie wieder an exponierter Stelle und machte einen so zufriedenen Eindruck. Und was sah sie toll aus. Ja, zufrieden mit der Arbeit, anerkannt im Beruf und in der Familie macht eine Frau wirklich richtig schön. Und das wünsche ich dass das mal wieder lange hält. Da ihr Partner an Corona erkrankt war und jetzt wieder arbeitet bleibt keine freie Zeit um sich mal in den Zug zu setzen um mich in Düsseldorf zu besuchen. Ist aber versprochen.
Am Mittwoch dann hatte ich meine Nachbarn und Freunde beim Italiener nebenan zum Abendessen eingeladen. Sie hatten mir so bei der Verwaltung meiner Wohnung geholfen wo ja inzwischen die Rauchmelder eingebaut werden mussten und auch Zähler ausgetauscht wurden. Als ich letzte Woche hier ankam war meine Wohnung einfach super in Ordnung und ich brauchte nicht noch viel zu machen um mich wohlzufühlen.
Da fällt mir wohl ein dass ich am ersten Abend auf dem Sofa hingehauen mit all meinen Dingen Wiedersehen gefeiert habe. Mit dem wunderschönen Bild aus Russland, für das ich extra nach St.Petersburg geflogen geflogen war und all den Zollkram erledigt hatte. Ein wunderschönes Bild von diesem Maler hängt in meiner Wohnung C auf Ibiza, das hatte ich aber in Düsseldorf vor Jahren gekauft.
Ja, zurück zum Italiener. Dort kann man Spargel bestellen für sage und schreibe ab 12.– Euro. Und total lecker. Mit Steak oder so ist es etwas teurer. Aber alles noch unter der Marke 20,– wobei diese Marke die Basis in der Innenstadt ist.
Es wurde auch ein anregender Abend. Aber wir Männer sind so total unterschiedlich. Aus “Datenschutzgründen” gebe ich keine näheren Einzelheiten frei. Aber mein Gegenüber ist so reich dass er nicht weiss was er mit dem Geld machen soll. Kinder hat er keine, Verpflichtungen auch nicht. Das sind Sorgen, aber wir haben darüber gelacht. Er beklagte sich dass er mit jetzt 71 Jahren so durch Corona gelitten hat, es fehlt ihm wo derzeit der Wumms zu Initiativen.
Warum machst Du noch so ne gute Figur ? fragte er mich beiläufig obwohl Du zehn Jahre älter bist als ich. Meine Antwort war kurz und knapp – zum Frühstück mache ich mir meine Tagesordnung und die beläuft sich meist zwischen 7 und 13 Punkten. Und wenn ich abends einen Teil bis 18.30 abgearbeitet habe bin ich auf der einen Seite stolz und auf der anderen Seite recht müde. Aber noch geht das noch ganz gut.
Und was mir gerade einfällt. H. hatte sich Suppe bestellt und anschließend Shrimps. Eine tolle Portion. Und er konnte sie nicht aufessen. Und Manfred, als dann die Bedienung kam , bat diese Shrimps in ein DoggyBag zu packen. Der Freund traute seinen Ohren nicht und ich nahm das Bag dann später an mich. Fragt mich nicht wo es am nächsten Tag gelandet ist 🙂
Und gestern, nach dem doch nicht so tollen Stadtbesuch, hatte ich mich entschlossen endlich mal meine Badewanne hier zu nutzen. In Düsseldorf nicht so gut zu nutzen da ich eine fest installierte Glaswand habe einbauen lassen und das macht gerade das Rauskommen etwas schwierig.
Am Morgen hatte ich mit meiner Schwester in Düsseldorf telefoniert. Sie hatte Geburtstag und das ist immer so ein Tag für den Kontakt. Was haben wir gelacht als wir das Problem Badewanne rein und raus als gemeinsames Problem erkannten. Ja, mit den Jahren ist das Rein und Raus, vor allem das Raus nicht mehr so einfach. Aber was habe ich gestern die Wanne genossen. Was war ich dann stolz dass ich ohne Hebebühne aus der Wanne raus kam. Ab in den Bademantel, ein Glas Wein und raus auf Balkönchen.
Und ich dachte so – was hast Du für ein Glück, dieses kleine Stück Glück hier und auf der anderen Seite in Düsseldorf diesen Dachgarten.
Und deshalb auch die jeweilige Tagesordnung mit all den Punkten. Und das ist auch gut so.
Gleich schnell noch mal unter die Dusche. Dann in die Bahn und dann um 17 Uhr treffe ich D. und R. im Außenbereich des Lokales der 100 Biere um mit ihnen zu Abend zu essen.
Meine Tage bis Montag zur Rückreise sind ausgebucht. Und das ist so gut so.
Macht Euch ein schönes Wochenende.
Manfred




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