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37 Grad – am Äquator ist es kühler
Einen ganz schönen Samstagnachmittag – heute und jetzt in meinem Büro sind es 33 Grad Celsius.
Die großen Bürofenster liegen genau zum Süden hin und fangen seit den frühen Morgenstunden die Sonne ein. Die Rahmen sind gegen Mittag richtig heiß. Man kann sich daran verbrennen. Jetzt habe ich mir die Zeit eingeteilt und werde meinen Blog für Euch schreiben ehe ich dann am Abend den Fußballkampf im TV ansehen werde. Ich wage nicht daran zu denken wie unsere Mannschaft gegen Portugal ………..wird.
Wie ich Euch schon schrieb habe ich am Montag die Rückfahrt von Berlin mit dem Zug so genossen. Ruheabteil, neuer Wagen, wenig Mitreisende. Wenn ich heute den Bericht über die Autobahn höre gratuliere ich mir noch einmal diese Form der Fahrt gebucht zu haben. –
Kaum wieder hier vor Ort fing das Durcheinander mit den Baustellen hier im Haus wieder an bzw. führte mir wieder vor Augen was es heißt in Deutschland Eigentümer zu sein, dessen Eigentum über das kleine Haus vor Ort hinausgeht. Warum? Du bekommst heute keine ordentlichen Handwerker mehr vor Ort. So etwas von Glück dass ich diese Parkettfirma gefunden hatte, die ohne irgendwelchen Tadel schnell und zügig gearbeitet hat. Schicksal sei Dank. Und ich werde immer wieder auf diese Leute zurückgreifen, die immer versuchen mir zu helfen.
Baustelle I im Hause ist die Wohnung meiner Tochter. Vor acht Jahren wurde alles neu installiert. Ergebnis: Das ganze Bad muss raus. Unter den Fliesen an Wand und Boden ist Schwarzschimmel, angesiedelt durch seinerzeit falsches Material. Also kein Wasser während der Arbeiten, viel viel Dreck aber auch meine Firma Kupp, die für mich schon seit mehr als dreißig Jahren schon in Meerbusch gearbeitet hat. wird mir helfen. Aber auch da viel Arbeitsdruck ,aber wir vertrauen einander. Nun ist seit gestern der neue Estrich drin und ab nächste Woche wird mein Kind dann hoffentlich wieder ein eigenes Klo nutzen können.
Baustelle II im Hause ist die Anlage der gesamten Wasserleitungen im Untergeschoss. Die Grundanlage, dicke Wasserleitungen mit über neun Meter Länge, sind marode und Wasser tropft nun seit mehr als einer Woche auf die gesamte Länge ins Untergeschoss. Die Auslegware ist hinüber, der Boden total über zig Quadratmeter nass, und wir schleppen Eimer und Eimer in den Stunden in den Abfluss.
Der Kostenvoranschlag , den ich aktuell vorliegen habe, liegt bei ein paar Euro über Euro 9.000,– Ich habe sofort Kontakt mit meiner Hausversicherung aufgenommen, ihr den Kostenvoranschlag rübergegeben und ? Nach zwei Tagen habe ich unmissverständlich gemahnt. Und dann ging es . Gestern kam der Sachverständige, ein netter Mann der natürlich nicht für mich arbeiten kann. Da ich vor Jahren ja lange für die Landwirtschaftkammer Rheinland als vereidigter Sachverständiger gearbeitet habe kenne ich so den Hintergrund wie man seinem Arbeitgeber Freude machen kann. Also haben wir verhandelt. Da es sich nicht um einen Rohrbruch handelt sondern das Wasser an verschiedenen Stellen austritt war er eigentlich nicht gefordert etwas von den Euro 9.000,– anzuerkennen. Aber wir haben in guter Zusammenarbeit verhandelt und mir werden rd. 2000,– zugestanden. Mehr als nix -oder .?
Und jetzt muss es da auch losgehen. Was wieder für ein Gedöns den Mietern zu erklären dass wieder für Stunden das Wasser abgestellt werden muss.
Zu meinen neuen Mietern. Was habe ich für ein Glück solche jungen neuen Mieter ins Haus bekommen zu haben. Eine Mieterin, auch ein weiblicher Stier, hat mir einen Blumenstrauß zum Einzug geschenkt, so ein Teil habe ich noch niemals in meinem Leben bekommen. Und ich pflege ihn seit einer Woche mit aller Liebe trotz der Hitze in all den Räumen. Ich habe ihn in mein WhatsUp Profil aufgenommen.
Und bei all dem Tuen um mich herum habe ich noch einmal Kontakt mit der Familie hier – fünf Häuser weiter- aufgenommen. Sie ziehen ja an diesem Wochenende um und hatten wir angeboten ich könne noch einmal vorbeikommen um in den Sachen des Sohnes nachzusehen ob noch Dinge für die drei Jungens von Mohamed dabei sein könnten. Geschenkt nicht zum Verkauft. Ich kenne die Familie durch den CD Kauf für die Jungen über eBay. Eine dicke schwere Umzugskiste war das Ergebnis unseres Gespräches. Und jetzt kommts.
Ich konnte die Kiste nicht bis nach Hause tragen. Also habe ich sie im Eingangsbereich des Hauses der Spender stehen gelassen. Bin nach Hause um meine Schubkarre zu holen zum Transport. Hatte Verena gebeten mich zu begleiten um mir die Balance zu halten wenn ich transportierte. Wir zogen los. Der Umzugskarton wurde aufgeladen, und wir zogen zu meinem Haus los. Alles ging gut. Im Eingangsbereich habe ich den Karton abgestellt. Und dann? Wir waren ja gerade in Fahrt, so richtig. Ich sagte ” Kind wir fahren zurück. ” Warum, wohin ? Ja, ich fand es viel besser mit der Schubkarre zu Rewe zu fahren. Zwölf Flaschen Wasser, zig Dosen alkoholfreies Bier, und, und …. Wir kamen am Eingang an. Der Posten dort, ein ausländischer Helfer einer Security Firma, sah uns an und lächelte. Schon bemerkenswert. Und ich lächelte zurück. Und er ließ mich hier in Oberkassel mit meiner Schubkarre in den Supermarkt. Eigentlich wollte ich vor der Türe ” parken”. Und was noch unglaublich war, Verena hatte keine Maske und er zog ein neues Stück aus seiner Tasche und schenkte sie meiner Tochter.
Könnt Ihr Euch vorstellen was die doch vornehmen Oberkasseler guckten als Vater und Tochter mit der Schubkarre einfuhren? Verena nahm natürlich gem Vorschrift einen Wagen von Rewe mit. Was war ich dann froh als ich mit dem vollem Karren aus dem Supermarkt herausfuhren. So ein LadyTrolly hätte bei weitem nicht gereicht und hätte wahrscheinlich Achsenbruch erlitten.
Als wir dann alles bei der Hitze oben hatten musste ich noch mal zum Briefkasten. Und kam bei dem Türsteher vorbei der sich richtig freute als er mich wieder sah. Ein dicker Händedruck mit Inhalt war mein Abschied von ihm. Warum sind solche Menschen bei uns so selten geworden.? Wenn ich die tägliche Presse über die Zukunft lese wird mir oft richtig übel.
Jetzt hab ich mir mal ein Glas Wein geholt und weiter.
In der zurückliegenden Woche habe ich Dinge bei eBay verkauft und da lernt man auch so nette Leute kennen. Und auch gekauft, heute einen tollen Ledersessel hier für meinen Schreibtisch, den nicht mehr höher zu stellenden super Sessel hat Mohamed direkt für seinen ältesten Sohn mitgenommen.
Bevor wir heute den Sessel abgeholt haben waren wir noch auf der anderen Rheinseite, warum. ?
Hier in Oberkassel merkt man nun die Freistellung der Lokale für den Verzehr. Und seitdem ist es in den Nächten gerade am Wochenende extrem laut.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde in den Lokalen wieder richtig gesoffen. Ich merkte das schon am frühen Abend . Eine Gruppe Jugendlicher saß laut diskutierend in einem Bierlokal hier direkt an der Luegallee in einer Seitenstraße. Das Ergebnis brachte mir meine Tochter am nächsten Morgen. Einer der Pflanzkübel vor unserem Hause war umgeschmissen und zerstört worden. Der Kübel kaputt, die Pflanzen auf dem Bürgersteig neben der Blumenerde. Einfach immer wieder hemmungslos drauf auf die Allgemeinheit. So wie in dieser Nacht. Ich schlafe zur Straße hin. Bei der Hitze leicht die Fenster auf um etwas kühlen Wind aus der Höhe abzufangen. Schon ab 0.30 die ersten schrillen Töne von der Straße. Vor allem die angesoffenen Mädels schreien ihr Glück in die Luft. Und das ging weiter bis kurz nach drei Uhr. Und ich ? Wütend und konnte dann einen herrlichen Sonnenaufgang über Düsseldorf um 4 Uhr morgens sehen. –
Und was ist das Ergebnis dieser Nacht? Als Mohamed am Morgen kam um mir zu helfen haben wir sofort die Gästematratze von meiner “Sommerwohnung” oben hier nach unten gebracht. Wohin ? Hier in mein Büro. Da habe ich eine tolle Liege die jetzt mit meiner Gästematratze ergänzt wurde. Da liege ich nach hinten raus, habe eine Klima und werde hoffentlich am Morgen nur durch das Gurren der Wildtauben geweckt werden.
Was war das wieder für eine Woche für solch einen alten Sack wie mich. Aber ich habe tolle Freunde, super Mieter, eine tolle Tochter und einen Freund auf den ich mich verlassen kann. Ohne diese Menschen und die Hilfe – wo wäre ich dann. ?
Heute Morgen mit Mohamed weit nach Düsseldorf hinein, passende Kübel für den Eingangsbereich gekauft, bepflanzt, Kompliment von meinen Mietern und jetzt mache ich mal langsam Schluss. Bin kein Fußballfan, aber habe Angst vor dem Ergebnis heute Abend.
Nächste Woche auf Ibiza, meine Freunde dort werden mich wieder liebevoll empfangen, wehe dem nicht 🙂
Alles Liebe aus dem warmen Oberkassel bei immerhin noch 30 Grad.
Manfred




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