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Und weg ist der Januar
Wir haben Samstagnachmittag – seit gestern sitze ich hier im Büro und überarbeite die Nebenkostenabrechnung des Hauses, die in Teilbereichen gerade in Bezug auf die Heizungsabrechnung zu überholen ist. Und wer macht das? Eigentlich der Steuerberater aber der schließt nun aus Altersgründen sein Büro. Und woran bleibt diese Arbeit hängen?
Also habe ich gestern mit der Überarbeitung angefangen und da mir meine Büro gerade jetzt fast zur Heimat geworden ist, schnell mal meinen Blog zu der zu Ende gehenden Woche.-
Neu in meinem Lebensablauf ist der Umstand ,dass meine Tochter nach Jahren der Abwesenheit wieder in Düsseldorf angekommen ist. Und nennen wir es Fügung, gerade jetzt wurde eine Wohnung in meinem Haus frei
Und wir haben vereinbart ,dass sie ab jetzt meine Arbeiten hier im Hause auch gerade in Bezug auf Verwaltung unterstützt. Wir haben einen offiziellen Arbeitsvertrag abgeschlossen, also mit all den Punkten, die auch in einem normalen Arbeitsverhältnis festzulegen sind. Begleitet wird diese Anstellung durch mein Steuerberatungsbüro Gorris , das seit dem 01.01.2021 für mich und meine Arbeiten verantwortlich ist.
Die Woche war wie immer nicht die eines Rentners im fast biblischen Alter.
Am Montag ging es dann schon richtig zur Sache.
Wie in der Presse angekündigt kam das Angebot der Stadt für die Impfung pünktlich bei mir an. Gut erklärt und mit der Möglichkeit sich für die Fahrt zum Impfcenter einen Gutschein für die Taxe – Höchstbetrag Euro 30,00 – zu sichern.
Also erst mal Versuch einer Anmeldung über den PC. Und nochmal und nochmal aber dann war ich dran. Der weitere Ablauf war
erkennbar, die Zeit zum ersten Termin musste ich um eine Woche verschieben da ich ja auf Ibiza vor Gericht zum Wegerecht vernommen werde. Frage ist, ob ich nach den derzeitigen Gegebenheiten überhaupt auf die Insel fliegen kann. Werden wir sehen, wer denk denn heute schon daran was im April sein wird.
Am gleichen Tage habe ich dann jede Menge Fotos an meinen / unseren Anwalt zu der Baustelle und vor allem zum Weg nach Ibiza geschickt.
Dann kam immer noch am Montag die berichtigte Nebenkostenabrechnung hier zum Haus. Die legte ich erst mal zur Seite. Ist aber gestern und heute von mir persönlich abgearbeitet worden. Was ein Glück ,dass ich mal bei der Bank war – was eine hin- und her Bucherei.
Und dann am Abend war ich richtig alle und habe ,wie in solchen Fällen ,meinen besten Freund, meinen Kamin genossen.
Aber die Nächte waren nach wie vor eine Katastrophe. Viele Träume, hektisches Aufwachen durch starken Ohrenpuls, ich wollte zu meinem alten Ohrenarzt um mich zu vergewissern ob das so in Ordnung war oder ob ich etwas ändern könnte. Ich nenne mal keinen Namen, aber ein toller alter Sack der immer noch führend als Chefarzt in einer Klinik arbeitet und der mir vor Jahren am linken Ohr etwas repariert hatte.
Er arbeitet nur einmal in der Woche in dem Hals-Nasen- Ohren Center wo ich sonst behandelt werde. Als ich dann dran war – er zog die Augenbrauen hoch – was haben wir denn heute? Um eine Vorstellung von dem Mann zu geben, wer kennt den leider verstorbenen Schauspieler Prückner. Wenn er mit mir spricht muss ich eigentlich immer innerlich grinsen.
Ja, sagte ich, die Hausärztin meint ich hätte Tinnitus und was kann ich da denn noch machen. Ich erklärte ihm die Symptome und er sofort ” Sie haben überhaupt keinen Tinnitus”- erklärte er mir mit Nachdruck. Und was soll das sein, diese Geräusche.? Er formte mit seiner Hand eine Ohrmuschel, mit der anderen Hand bzw Finger ging er an der Innenseite des Ohrs vorbei , also im Kopf, und dann sagte er ohne einen Widerspruch zu dulden, Ihre Halsschlagader klopft bei Erregung , also starkem Druck, von innen gegen ihren Gehörgang. Und deshalb haben sie fast den ganzen Tag dieses Pulsgeräusch im Ohr.
Und Sie gehen morgen sofort zu Ihrer Hausärztin, sagen ihr dass sie mich kurzfristig in der Klinik anrufen soll. Dann regeln wir die ersten Schritte vor allem für die Nacht ,dass Sie nicht drei oder viermal aufwachen wenn Sie geträumt haben.- Und dann bin ich direkt zur Hausärztin und habe gebeten in der Klinik anzurufen. Und unmittelbar danach hatte ich ein Rezept in Händen und die Aufforderung in der nächsten Woche, gestern angefangen, meinen Puls ect. 3x am Tag zu messen und aufzuschreiben. Und für die Nacht wurde mir ein leichter Betablocker verschrieben. Dessen Wirkung muss ich erst mal abwarten.
Also so wie ich – es kann sinnvoll sein mal seinen Arzt zu wechseln oder seinen Befund durch eine Prüfung in Frage zu stellen.-
Dann kam das nahe Monatsende. Ich habe das erste Mal, sonst hat das immer der Steuerberater gemacht, über den PC die Gehälter meiner beiden Mitarbeiterinnen herausgearbeitet und pünktlich das Geld überwiesen.-
Am Tage darauf habe ich mit meinem Anwalt über die Ausarbeitung einer Patientenverfügung gesprochen. Die wird jetzt erst einmal entworfen.
Und dann als nächsten Schritt kümmere ich mich um meine Beerdigung. Meine Freundin auf Ibiza sagte gestern ganz forsch, mein Gott Du lebst doch und bist so fit, sollen sich die anderen doch Gedanken machen wenn es soweit ist. Nein, der rheinische Stier will das regeln so lange er noch klar im Kopf ist. Wenn ich mich so im Freundeskreis umhöre – was hat sich mit dem Wandel der Kirche auch das Bewusstsein über das Sterben verändert. Kaum einer denkt nicht daran sich ggf. verbrennen zu lassen.
Meine Freundin Hanne hat sich auf Ibiza jetzt verbrennen lassen um im Frühjahr eine Seebestattung zu haben.
Die Familie Jungbluth hat auf dem Bonner Poppelsdorfer Friedhof eine grosse Grabstätte. Seit 1910 vom Urgroßvater eingerichtet.
Der Vertrag läuft noch zwei Jahre – keiner aus der weiteren Verwandtschaft besucht diese Grabstelle , nur ich fahre von Zeit zu Zeit dorthin um für etwas Ordnung zu sorgen. Und meine Vorstellung ist ganz einfach ” Wer mich im Leben gemocht hat wird auch nach meinem Tod auch liebevoll an mich denken ohne die Reise nach Bonn machen zu müssen. Ich sehe das an der Grabstelle meines Freundes Michael in Paderborn. Wir hatten schon mehrmals vor dorthin zu fahren. Aber immer wieder wurde nichts draus. Aber wir alle denken liebevoll an ihn, manchmal sprechen wir auch mit ihm wenn wir Rat brauchen genau wie mit Hanne wenn ich einen Rat brauche beim Antikverkauf aus der Wohnung 🙂
Und damit geht es in den letzten Teil. Ich bin ja bei ebay und das ist auch mit viel Arbeit verbunden. Ich verkaufe auch, ja , aber bei den wertvollen Sachen wird von der anderen Seite so verhandelt dass man starke Nerven haben muss. Und wenn nein dann nein.
Eine gute Bronzearbeit hat viel Aufsehen erregt aber die Preisverhandlungen nerven. Und da ich das Stück selbst sehr liebe bleibt es jetzt erst mal in Düsseldorf. Sie steht auf einem alten Tisch der Familie um den ich eben auch eine Anfrage hatte der aber überhaupt nicht im Angebot ist.-
Gestern klingelte der Paketbote. Und ich drückte auf ohne daran zu denken dass ich etwas dabei hätte. Wie ich schon mal sagte, manchmal denke ich ich lebe in einem DHL oder Amazon Auslieferungslager. Also drückte ich auf und machte weiter meine Arbeiten hier in meinem Büro. Später, ich wollte kurz die Post zum Kasten bringen , stand da ein dickes Paket einsam vor sich hin. Von weitem sah ich auf dem Paket Weinflaschen. Also musste doch jemand im Haus Wein bestellt haben, feine Ware aus Bad Dürkheim. Donnerwetter – klein geschrieben die Anschrift – aber da stand doch Manfred Jungbluth klar und deutlich drauf. Tief Luft geholt, freudiger Blick auf die Kiste und schnell zur Post. Und Gott sei Dank, der Aufzug läuft ja wieder , ich das Paket, keine zwei Flaschen dem Gewicht nach, und ab in meine oberen Gefilde. Habe ich mich gefreut, Dieter und Renate hatten an mich und meine Abende am Kamin gedacht. Ihr beiden Spender – hier ist die Spende gut angekommen. Danke, danke.
Und jetzt bin ich fast am Ende. Eben ging das Telefon. Meine Mieterin B. möchte dass ich sie heute noch besuche. Und das werde ich jetzt machen ehe ich dann Feierabend machen darf.
Ob ich morgen frei habe? Das werden wir sehen.
Lasst Euch lieb drücken – genießen wir den Abend ohne schon wieder an morgen zu denken.
Manfred
Eh,gerade kommt eine Anfrage von der Ufa ob ich nicht Lust hätte mit ihnen zu arbeiten. Sie wollen so ähnlich wie Bares für Rares filmen und bitten mich ob ich nicht mitmachen möchte. Darüber werde ich am Wochenende mal nachdenken. Was so alles passiert in einem Leben außerhalb des Mainstreams. Tschüss. Manfred




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