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Hola von der Insel
So von mir ersehnt in der zu Ende gehenden Woche – der Freitag ist nun endlich bei mir angekommen mit all seinen Vorteilen gegenüber der unruhigen und lauten Tage seit Sonntag.
Ich hatte eben die Wahl, die Blumen und den Rasen sprengen oder mich mit dem Spül in der Küche zu beschäftigen. Nein, für den Garten ist es noch zu sonnig und für die Küche finde ich noch später Zeit genug. Ich wollte Euch einfach mal kurz schreiben was mich hier in dieser Ecke Europas in den letzten Tagen beschäftigt hat.
Nach dem schönen ruhigen Wochenende zum Wochenwechsel mit Flohmarkt und netten Gesprächen habe ich den Sonntag hier auf der Terrasse ganz in Ruhe verbracht. Obwohl zu warm, unter dem Schirm mit lecker Weinchen und schönen Wohnzeitschriften konnte ich entspannen was sich dann ab Montag wieder ins Gegenteil umkehrte.
Die Baustelle fordert ihr Recht und der holländische Investor geht knallhart vor. Unser von mir vor drei Jahren mit Erlaubnis der Behörde errichtete Grenzzaun ist stark ramponiert, bei den großen Trucks die da hin und her fahren kein Wunder. Wie oft habe ich die Furcht wenn sie vollbeladen dann in die Tiefe vor uns fahren dass sie mal nicht die Kurve bekommen und hier durch den Zaun brechen und mir in die Fenster fahren. Noch nicht passiert.
Aber meine spanischen Mitbewohner sind in den letzten Wochen sehr aktiv geworden und haben eine Anzeige für den Zaun gestartet und einen Topografen zur Vermessung der Neubauten engagiert. Ich kann und muss mich da zurückhalten, muss nur immer unterschreiben.
Paolo, einer meiner Miteigentümer , ist mit einem jungen wohl sehr erfolgreichen Anwalt namens Baradat befreundet der aber überhaupt keine Termine frei hat. Wir haben für kommende Woche einen Termin als Freund mit Paolo bekommen, meine Vollmacht liegt schon bei ihm länger vor. Ich hörte dass er sich zwischenzeitlich schon sehr informiert hat, vor allem lege ich Wert auf eine sichere Zufahrt und vor allem auf den Grenzabstand von drei Metern. Derzeit geht es unmittelbar an unserem lädierten Zaun metertief nach unten. Ich oder wir können die Bebauung nicht verhindern aber versuchen auf die Bebauung Einfluss zu nehmen. Und das mag das finanzierende Proletariat überhaupt nicht. Wie ich gestern hörte gibt es in dem ursprünglich so ruhigen Can Furnet derzeit 17 ! Baustellen. Und keine Sommerpause. Angeblich nicht durchsetzbar obwohl die anderen Urbanisationen Sommerpause durchsetzen konnten.
So freue ich mich jetzt auf den Kurzurlaub ” Wochenende”.
Komme ich später noch mal drauf zurück,
Am Montag bin ich dann zum späten Mittag zu ” Hühner Karl ” nach Eularia gefahren. Montags gibt es bei ihm immer Rouladen. Und da hatte ich mal richtig Hunger drauf. Und ich freute mich auf das Gespräch, er hat es auch nicht so einfach, das leckere Bier und zwei Rouladen mit frischem Rotkohl. Was hat mir das geschmeckt und gut getan. Also alles zu seiner Zeit.
Am Dienstag gegen Nachmittag wurde ich so überrascht. Preecha, meine Freunde kennen den Namen und auch einige aus seinen Aufenthalten in Deutschland und hier, war in der Leitung. Was habe ich mich gefreut. Thema war natürlich die Pandemie und die Hindernisse dass ich mal wieder dorthin fliegen kann. Er hat nicht geklagt aber wir haben geschwärmt von den Tagen dort und von den Abendessen bei Mamma dort auf der Straße. Und was mir so gut getan hat, kein wehleidiges Geschwätz. Wir haben gelacht und ich werde den Kontakt von Zeit zu Zeit immer wieder auffrischen Vielleicht kommt noch mal die Zeit wo ich die Reise dorthin machen kann oder ihn nach hier hole.
Der Mittwoch war wieder voller Termine. In Düsseldorf wurde die neue Rauchmelder-Anlage in Oberkassel eingebaut. Verena hat sich nun dort gut eingearbeitet und leitet diese Arbeiten für mich von Seiten des Auftraggebers. Alles lief gut , meine Firma nach wie vor mein Favorit, aber man stellte fest dass vor zehn Jahren im Keller und auf dem Speicher mit Rauchmeldern gespart wurde. Keine Ahnung aber wohl erkennbar dass die zusätzlichen Melder jetzt mit Verstärker statt 2.800,- Euro um 1.000,– Euro teurer würden. Und dabei sind Rauchmelder im Treppenhaus keine Pflicht. Ich muss jetzt am Wochenende für mich entscheiden, die Kosten in Oberkassel sind durch die Wohnungswechsel mit all den Schwierigkeiten und auch durch Verschleißreparaturen auf mehr als Euro 30.000,–seit Juni d.J. angelaufen. Aber wie sagt man im Volksmund ” Eigentum verpflichtet”.
Und nach diesem ganzen Hin und Her bin ich noch einmal am Nachmittag zu Hühner Karl – ich wusste dass es Gulasch gab.
Lecker, aber für die Woche war Hühner Karl für mich “abgefuttert”.
Gestern nun wieder was für ein Krach auf der Baustelle. Ab 16 Uhr fuhren die Betontransporter bei mir in die Tiefe, dann arbeitete dort ein Kran um die Fässer an die Stellen zu bringen an denen der Beton gebraucht wurde. Ich denke sie bauten eine weitere Decke ein, und das ging mit Raus und Rein bis gegen 19 Uhr. Zu solchen Momenten wünschte ich nicht hier zu sein.
Endlich waren sie abgefahren und ich dann vorsichtig mit Lesestoff und Weinchen auf die Terrasse zurück. Es war noch so warm, die Vögel fingen um mich herum die Kleinbiester aus der Luft, es sind meine Freunde geworden. Später habe ich den Rest aus der Pfanne in eine Schale in den Garten gestellt, restliche Bratkartoffeln mit Speckwürfeln, für die Katzen abwechselnd war ich an diesem Abend mal ” Bratkartoffel Manfred”. Nur diese Abende lassen mich hier aushalten. Vier Katzen haben sich gefreut.
Heute Morgen früh habe ich überlegt meine Freundin Jenny anzurufen um sie zu einem Kaffee in der Stadt zu treffen. Gedacht, getan. Und das war mal wieder für mich die Gelegenheit bei Zara reinzusehen. Und bei Zara die Klamotten zu sehen, anzufassen, nach der Größe zu sehen und durchzugehen. Mein Gott was gibt es in solchen Momenten Schöneres. Und dann nicht nur für die Schmalhüftigen, nee , ich wurde fündig. Und Danijela wird Sonntag zum Essen mit einem alten Paradiesvogel ins Orangenbäumchen fliegen. Ja, grau und schwarz können überhaupt nicht bei mir den Stress vertreiben.
Und heute kamen Alma und Arturo aus Madrid um hier wie seit 10 Jahren Urlaub zu machen. Ich hatte ihnen ein Storno angeboten aber sein Einwand ” wir sind doch Freunde ” dem habe ich nicht widersprochen. Mal sehen wie das weiter geht. Ich habe da zu ihren Gunsten ein paar Sonderregelungen für mich gebastelt.
So, das war mal ein kurzer Abriss über 6 Tage Mischaufenthalt auf dieser so schönen Insel. Was mir noch so aufgefallen ist in den letzten Tagen:
viele Düsseldorfer sind mit großen Wagen hier, nicht wie ich mit so einer alten Dacia , meist Jeeps vom Feinsten, und wer sitzt hinter den Steuern – alles junge gut gestylte Frauen mit viel Selbstbewusstsein.
in der Stadt zahlreiche Frauen aus Afrika, dunkel natürlich aber ohne den Scham der Musliminnen, Donnerwetter welche Ausschnitte mit vollem Inhalt. Alle sehr selbstbewusst und zielsicher in die passenden Geschäfte.
der Parkplatz war schon über die Hälfte voll als ich so gegen 13 Uhr zum Auto ging. Lange Schlange vor dem Automaten, einer war kaputt, nur einer stand für die Warteschlange zur Verfügung.
Und jetzt mache ich mal Schluss für heute. Jetzt in den Garten, draußen ist Ruhe eingekehrt – die Bauarbeiter sind ab nach Hause und wir freuen uns auf ruhige Stunden, auf vielleicht den Flohmarkt morgen – auf jeden kein Lidl um die Mittagszeit.
Schlimm, letzte Woche hat mir gereicht.
Manfred




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