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IBIZA – hier und heute – bei derzeit 31 Grad am Samstagnachmittag um 16 Uhr
Als ich eben aus einer kurzen Siesta nach einem so schönen Morgen wieder in den Tag startete habe ich mich dann entschlossen meinen Freunden mit Hilfe der Klimaanlage einige Zeilen zum Wochenende zu schreiben.
Ich bin nun am Donnerstag hier angekommen – nicht um Urlaub zu machen sondern um erst mal darum zu kämpfen dass auch unsere Urbanisation für den August d.J. einen Baustellenstopp erhält. Denn es wird hier nach wie vor wie wild gebaut. Das Geld muss untergebracht werden. Einige Urbanisationen haben diesen gezielten Stopp je Baustelle durchsetzen können. Das geht nicht generell wie in früheren Zeiten sondern man muss je Baustelle in der Town Hall einen Antrag stellen. Und das kann nur der der geschädigt ist durch den Lärm. Glaubt Ihr einer meiner spanischen Miteigentümer hätte daran einen Gedanken verschwendet? Ich habe sie jetzt zitiert und werde sie aufs Amt jagen denn sie können natürlich da anders verhandeln wenn sie ihrer Wut Luft geben die sie ja haben. Manfred mach und tu – nee – ich schicke sie jetzt los und hoffe Erfolg zu haben denn so wie jetzt geht es nicht weiter. Da bleibe ich besser zu Hause und meine Freunde, die seit Jahren kommen, werden das Gleiche denken. Also ab Montag werde ich die Weichen versuchen zu stellen.
Die Arbeiter fangen um 8 Uhr pünktlich an – gestern zwei Krane und viel Getöse in den Boden. Und das geht so weiter bis gegen 18 Uhr. Dann ziehen die Leute, es arbeiten vor Ort nur Schwarzafrikaner, die Chefs sind Spanier mit wichtig wichtig beim Auftreten.
Also zurück zum Donnerstag dieser Woche. Mein Gott , ich kam das erste Mal ohne Schwierigkeiten durch die Kontrollen. Und wartete bei 36 auf meinen Abflug. Da ich sehr früh da war konnte ich meine Zeitungen lesen und guckte nach einer Weile wann es denn losgehen sollte. Am Schalter gefragt hieß es dann ” nein, der Flug ist bei 62 in Kürze startbereit. Keine Ansage, nix. Ich also los zu 62 und dann endlich saß ich auf 19D wie immer müde nach nur drei Stunden Schlaf denn mir ging so viel durch den Kopf bis ich dann mit meinem Gepäck zu Verena in den Wagen stieg die mich zum Flughafen bringen wollte und auch tat. Und eine Erleichterung hatte ich mir eingeräumt, der Koffer wog nur noch 14 kg statt den 20 kg normalerweise, aber ich hatte die Zuladung von Marmeladengläser für Margot halbiert.
Die Maschine war ausgebucht, es wird immer mehr zur Routine dass man die Ansagen einfach wegsteckt. Ich kam gegen 12.10 auf Ibiza an. Was für ein Trubel auf dem Vorfeld des Flughafens. Auch hier nervt das Bauen total. Kein Privatwagen kann mehr vorfahren derzeit, alle auf den Parkplatz der total überfüllt war. Leute die ihre Freunde zum Flieger bringen wollten oder so wie bei mir die ihre Freunde abholen wollten, ein totales Chaos.
Pablo hatte einen Parkplatz ergattert, Jenny sollte mich am Ausgang aufgreifen, ich wartete und dann kam sie. Und als wir dann Paco entdeckten, er hatte inzwischen das Ticket bezahlt, war unser Wagen zugeparkt. Aber wir kamen dann endlich auf die Straße. Vor dem Flughafen war die Ronda durch die Polizei abgeriegelt, es kam nur durch zum Parkplatz der ein Flugticket vorweisen konnte. Und ich total müde nach dem kurzen Schlaf in der Nacht.
Und dann ging es los in Richtung City. Der Wagen war diesmal in Ordnung aber Sprit nur ein paar Löffelchen drin. Nun ja, ich fuhr dann weiter zu meiner Anlage und holte mir meine Post bei einem kurzen Stopp in der Info. Ich kam ohne Schwierigkeiten durch sperrende LKWs ect. bei mir zu Hause an.
Und da muss ich immer wieder fast weinen wie schön meine Wohnung für mich vorbereitet war. Ich kam rein und war zu Hause. Levy und Marilina sei Dank.
Meine Freundin Patricia und ihr Mann Bruce sind meine Gäste, verbringen aber die meiste Zeit bei Freunden in Roca Lisa , die dort ein Haus haben und Pool für die Kinder. Und bei dem Tageskrach mehr als verständlich. Patricia rief mich schon bald an und lud mich zu einem Essen in Gertrudis für Freitagmittag ein. Zur Paella. Wir haben das hinbekommen obwohl ich schon vorher im 12 Uhr einen Abstimmungstermin mit der Verwaltung hatte – ich möchte sofort zum kommenden Wochenbeginn mit u.a. unserem neuen Anwalt ein Gespräch führen.
Und so hatten wir ein so schönes Mittagessen in dem Restaurant wo wir uns schon beim letzten Mal getroffen hatten. Als ich zu meinem Wagen zurückkam um nach Hause zu fahren war das Lenkrad so heiß dass ich Schwierigkeiten hatte loszufahren.
Letztendlich fuhr ich dann müde in den Unterstellplatz den mir die liebe Frau Haufe bis zur Ankunft Ihrer Tochter in der nächsten Woche zur Verfügung gestellt hat. Als ich in den Garten kam sah ich dass der Gärtner mit dem Freischneiden der Hecke nicht zu Ende gekommen ist. Ich will den Zaun freischneiden lassen damit ich sehen kann was sie da auf der Baustelle schon am Zaun zerstört haben. Ich gratuliere mit jeden Tag dass ich vor drei Jahren mit behördlicher Genehmigung den Zaun habe bauen lassen. Wenn der nicht da wäre säßen die Bauarbeiter auf meine Terrasse und die Pissoirs ständen vor meinen Fenstern. Komme ich gleich noch mal in einer anderen Sache drauf zu.
Und als die Jungens vom Bau dann endlich um gegen 18 Uhr abgezogen waren machte ich mich auf in den Garten um mit dem Sprengen anzufangen. Mit Wasser natürlich. Ich ließ erst mal den Schlauch an den Stumpf eines der Orangenbäume ablaufen. Und was dann geschah – so schön dass ich Tom in Köln angerufen habe der zuletzt mit seiner Freundin längere Zeit hier war und für Katze und Vögel immer ein Herz hatte. Was passierte.? Als die Vögel, die man während der Bauarbeiten nie zu Gesicht bekommt , in der Ruhe das Plätschern hörten, da kamen sie von allen Seiten angeflogen. Es wurde wie wild geplanscht in der Pfütze die immer wieder auflief, in die Äste, geputzt das Gefieder und rutsch wieder rein ins Vergnügen. Dabei hatte ich mir eine der schönen Wohnzeitschriften auf den Tisch gelegt, ein Glas Wein und ich fing an Luft zu holen.
Meine Tage seit dem Zusammenbruch vor zwei Wochen waren alles andere als erholsam. Ich hatte mich mit Druck um meine Steuererklärung zu kümmern auf die meine neue Steuerberaterin wartete.
Daneben dachte ich jede Stunde an Verena die schwer an ihrem Studium für die IHK arbeitete, das am Samstag dann zu Ende ging. Und sie hat es geschafft, bestanden und das mit gutem Ergebnis.
Gratulation von Herzen und wir haben das lecker in unserem gemeinsamen Lieblingsrestaurant am Samstag beim Mittagessen gefeiert.
Und Lumi hat die Zeit auch mit zusätzlichen Touren mit dem DoggyWalker gut überstanden. Er ist der Hauptgewinn der letzten Monate. Was für ein Schatz der uns immer wieder durch sein Wesen hilft zu lachen.
Und dann ging es weiter mit guten Dingen für die Seele. Nach mehr als einem Jahr habe ich meine Freunde aus der Bank für Montag, 19.Juli in unser geliebtes Muggel eingeladen. Zwei Stunden haben wir zusammen
gesessen, erzählt und geklatscht und lecker gegessen und getrunken. Muggel ist eben Muggel, Oberkassel ist eben Oberkassel und das Essen wieder super. Und unsere Bedienung , seit Jahren unsere Beste, war auch wieder so froh mit uns zu schäkern.
Am Mittwoch kam Tom aus Köln und brachte mir die Schlüssel aus Ibiza mit. Das aber nicht alleine sondern auch eine Tüte von Heinemann für mich, für Verena und für ihn. Verena war zwar nicht da aber er und ich habe den Nachmittag mit lecker Kuchen auf meiner großen Terrasse verbracht und er hat mir von Ibiza berichtet.
Etwas aus dem Zusammenhang genommen, genau vor einem Jahr waren Verena und ich hier auf der Insel, wir waren übereingekommen dass sie wieder nach Düsseldorf kommen wollte und das haben wir gemeinsam gestemmt. Was ist da seither auch in ihrem Leben passiert. Und es muss weiter gehen – Pläne sind schon da.
Jetzt noch mal einen Schluck Cola – seit gestern habe ich mich gegen den Durst mit alkoholfreiem Bier geholfen, sonst ist der Abend einfach zu kurz.
Zum Allgemeinen noch ein paar Bemerkungen.
Die letzten Wochen habe ich als schwer empfunden. Nachdem Biolek nun verstorben ist und doch die zweite Hälfte der Achtziger erreicht hat weiß ich nicht so richtig ob es sich lohnt so alt zu werden. Ich merke jetzt wie gut es tut wenn man als Alter Hilfe um sich rum hat, auch wenn man nicht ständig danach ruft.
Letzten Samstag hatte ich Köln besuchen wollen um dort meine Freunde nach langer Zeit zu treffen. Da ich schon länger nicht meinen Wagen gefahren habe bat ich Mohamed ob er mich nicht begleiten könnte. Der arme Kerl arbeitet so viel dass er abends oft schon beim Abendessen einschläft. Da gibt es bei drei Kindern und all dem Behördenkram so viel zu tun dass er das einfach nicht alleine schaffen kann.
Meine seinerzeitige Nachbarin Frau Jantze hilft gerade bei den Kindern und Frau Nissen aus der Umgebung hilft ihm fast jeden zweiten Tag bei den zig Formularen. Aber er ist einfach dankbar und so haben wir den Samstag mal für uns gehabt. Eingekauft in Köln, dann zu Ikea, dann zu Aldi, usw usw. Wie dieser Freund mir die Kisten und Pakete in Oberkassel hochgeschleppt hat, dazu hätte ich lange gebraucht Und so fordert das Alter seine Rechte.
Und jetzt zum Abschluss noch mal ein paar schöne Sachen, vor allem zu heute.
Beim letzten Mal hier vor wenigen Wochen war ich so müde dass ich samstags nicht zum Flohmarkt gefahren bin, was ich seit Jahren immer wieder gemacht habe. Nein, ich war einfach zu kaputt.
Nachdem ich gestern hier für mich einen so schönen Abend gestalten konnte, die Vögel und die Fledermäuse um mich rum waren, der Vollmond ganz in Ruhe aufging, von weitem etwas Partymusik zu hören war, hatte ich diesen Tag für mich gewonnen. Fernsehen macht mich im Moment nicht an, ich lese hier am Abend auf der Terrasse und bin dann nicht zu spät ins Bett.
Heute Morgen wurde ich wach. Flohmarkt? Ja, ja, ich fühlte mich neugierig was es denn so alles gab. Habe in Ruhe meinen Kaffee auf der Terrasse getrunken, genug Geld eingesteckt und los ging es noch bei gemäßigter Temperatur. Zuerst zur Tankstelle. Ich wollte voll tanken da ich ja jetzt länger hier bin. Ich rein um anzumelden, und wer war an der Kasse? Meine Lieblingsfrau an der Kasse. Tolle Frau, und sie ist immer so lustig wenn wir uns sehen. Toll drauf und sie nahm mich so mit mit ihrer guten Laune. Fertig und ich fuhr los in Richtung Flohmarkt. Und war schon nach dem Intermezzo so gut drauf. Angekommen am Markt gab es noch genug Parkplätze. Auch schon wieder ein gutes Zeichen. Und was hatte ich vergessen? Einen Hut. Wäre Uwe bei mir gewesen wäre ich ohne Hut nicht aus dem Haus gekommen. Aber langsam langsam.
Ich bin los, der Markt war gegen 11 Uhr schon recht gut besucht, aber es war schon viel zu warm. Ich bummelte, langsam, dachte an meine Tochter was es da alles für sie gab. Und ich schlenderte und ließ mich in Ruhe treiben. Und da – ein Hut – ein junges Mädchen und keine Professionelle. Kostet? Drei Euro – ha ha . Er war mir. Und er bleibt jetzt im Wagen.
Ein großer Bildband ” New York in den 70ern ” gebraucht aber gut erhalten für 25,– Euro. Nee, musste nicht sei. Und ich war ja zu der Zeit in New York. Mal sehen, vielleicht nächsten Samstag.
Und dann kam noch einmal eine Begegnung die mir heute wichtig war. Ein älterer Schmuckhändler mit kleinem Stand hatte schöne Dinge. Und ich habe genug Schmuck zu Hause und trage eigentlich überhaupt nichts mehr, nur fange ich wieder an eine meine Uhren zu tragen. Und ich kroste bei ihm in den Sachen. Und wir unterhielten uns sehr angeregt. Es war einfach mal toll eine andere Meinung eines Mannes zu hören der nicht am Schreibtisch sitzt oder seine Rente verlebt. Ich denke er war etwas jünger als ich faszinierte mich sehr mit seinen Einstellungen zum Leben. Nach meiner ” Freundin ” an der Tankstelle kam es jetzt wieder zu einem lohnenden Gespräch für mich – und das Ende vom Lied – in Erinnerung an diesen schönen Tagesbeginn liegt jetzt ein Ring bei den Schlüsseln wenn ich rausfahre. Gekauft als Erinnerung.
Noch eine Aktentasche – brauche ich ja dringend – war schon auf dem Parkplatz. Zurück , diese Woche muss ich ja gut ausgerüstet bei den Behörden ect. erscheinen. Super Schnäppchen.-
Und jetzt ab nach Hause. Aber natürlich über Lidl und Zeitungsstand in Jesus als Abschluss.
Bei Lidl war gegen 12 Uhr der Parkplatz so voll dass ich richtig warten musste. Dann aber habe ich mich mit Leckerchen verwöhnt die dort bezahlbar sind. Und nach dem kurzen Stopp für die Zeitungen in Jesus bin ich ab auf den Berg zu meiner Bleibe. Und wo ist Hilfe? Gepfiffen. Also ich Einkauf unter beide Arme und die 90 Stufen runter. Puhh war das warm. Und was passierte mir bei der zweiten Abfahrt. ? Mein Hosengürtel sprang auf , ich in der einen Beuge eine Kiste Wein , in der anderen Beuge ein Sack von Mallorca-Kartoffeln. Und mit jeder Stufe sank die Hose. Ich kam unten an, das Hosenteil auf meinen Füßen aber ich bin nicht gestolpert, Und die Katze die mich freudig begrüßte hatte nur Blick für in den Korb. Die Hose war ihr so was von egal. Aber wäre jemand bei mir gewesen hätte ich umladen können. Aber ich bin vorsichtig weiter und alles ist im Kühlschrank gut gelandet.
Und jetzt mache ich mir einen Wein auf – Zeitung auf die Terrasse und möchte gern den so bisher gelaufenen Tag fortsetzen. Und morgen “Arbeitsfrei” auf dem Nachbargrundstück. Drückt mir die Daumen dass ich Erfolg mit dem August habe. Wir brauchen alle mal richtig Ruhe – aber lest die Zeitung heute- wieder neue Corona Bedingungen. Die Restaurants werden es kaum überleben vor allem auf Malle.
Lasst uns nach vorne sehen – hier fehlt mir meine Freundin Hanne an allen Ecken. Ich hoffe sie war heute auf dem Markt dabei und hat mich gelenkt zu diesen guten Dinge.
Dicke Umarmung
Manfred




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