Standard
Grüße aus Berlin
Nach dem stressigsten Mai an den ich mich erinnern kann bin ich nach getaner Arbeit jetzt am Freitag. 4.06. aus Düsseldorf einfach mal abgehauen.
Wie war die zurückliegende Woche – anstrengend ist noch freundlich formuliert. ?
Am 31.05. , also Montag, war der letzte Auszug von den im Mai gelaufenen Auszügen. Auch dieser Auszug war nicht unproblematisch da es Schwierigkeiten gab da die ausziehende Partei der Neumieterin das Ansehen der Wohnung nur einmal zugestand hatte und das wars. Warum, die alte Küche wollte die Neumieterin nicht für den Preis von Euro 7.500,- übernehmen.? Aber am Freitag war die Wohnungsübergabe gegen 17 Uhr und die neue Mieterin konnte einen Blick in die geräumten Räume werfen.
Auch hier waren Macken im Parkett aber wenigstens keine Motten im Teppichboden. Verena rief unsere Parkettfirma an und bat um Hilfe. Dort wo das Sofa gestanden hatte war das Parkett nicht mehr in Ordnung.
Obwohl der Auftrag wesentlich geringer war als die Neuauflage des Parketts in der Nebenwohnung, die Mannschaft von Frau Babenko stand nach Absprache mit meiner Tochter schon am nächsten Morgen ganz früh vor der Wohnung. Und ich wieder vor acht einsatzfähig mit Schlüssel vor der Türe. Die Männer kamen pünktlich. Wir sprechen nur mit Händen und Füssen Deutsch aber wo ein Wille ist auch ein Arbeitsfeld. Und es ging los, und es wurde wieder so gearbeitet wie wir es in den letzten Wochen gewohnt waren.
Am Abend erhielt ich die Mietkaution von der Mieterin in bar da die Banken an solchen Sparbüchern überhaupt nicht mehr interessiert sind. Und am nächsten Morgen ich mit der Kohle zur Bank und eingezahlt. Die Mieterin erhielt eine Quittung von mir, wir brauchen dazu die Banken nicht mehr. Wir machen in eigene Bank.
Frau Karacic und meine Tochter machten auch diese Wohnungsübergabe ganz in Ruhe . Für den Fall von Unstimmigkeiten wäre ich sofort vor Ort gewesen. Meine Erfahrung aus den Abgängen der Mieter im Mai – die langjährigen Mieter machen beim Verlassen der Wohnung viel mehr in Diskussion als die jüngeren Mieter , die zügig und ohne Palaver ausziehen und die Übergabe recht gut hinbekommen.
Aber raus ist raus und ich bin so froh solche neuen Mieter in so kurzer Zeit gefunden zu haben. Die nächste jüngere Generation habe ich mit viel Freude willkommen geheißen. Und das gelingt immer in doch so kurzer Zeit da ich die Mieter vor einer Spitzenmiete bewahre. Und das ist bekannt geworden. In Oberkassel liegen die Spitzenwerte bei Euro 15,– pro qm. Und da liege ich weit drunter denn die Spitze holt sich immer das Finanzamt bei mir.
Ich bekam langsam wieder Luft und machte den 1. Juni mal zu meinem Einkaufstag. Mit zwei vollen Taschen kam ich wieder zu Hause an. Rossmann und Nachbarn hatten mich mit Freude empfangen.
Und wieder eine Kleinigkeit bei einer Wohnung mit der Heizung. Ich habe mich eingeschaltet aber die Mieter sind Dozenten und unterrichten immer zu unterschiedlichen Zeiten in ihrer Wohnung. Wir bekamen auf Anhieb keinen Termin hin. Und da wurde meine Tochter wütend – jetzt ist mal Schluss, lass diese Leute die Termine selbst vereinbaren. Du bist dafür nicht im Hause wenn die immer wieder irgendwelche zeitlichen Probleme haben. Und ich bin brav gefolgt. Rufen Sie bitte Herrn B. selbst an und vereinbaren Sie einen für beide Seiten passenden Termin. Und es gab keinen Widerspruch. Also geht doch.
Und dann gab es in der Woche noch mal etwas Aufregung bei mir. Als ich morgens die Handwerker in die letzte Wohnung rein ließ entdeckte ich dass ein Neumieter ein Regal vor seiner Wohnung für die Schuhe aufgebaut hatte. Das geht bei mir überhaupt nicht. Das Treppenhaus ist für mich die Visitenkarte des Hauses. Geschrieben über Handy, entschuldigt und rein mit dem Regal und den Schuhen.
Am Mittwoch hatte eine Mieterin, auch mit ihrem Mann seit Jahrzehnten im Haus, Geburtstag. Früh am Morgen Gratulation und dann die letzte Affäre mit den abziehenden Mietern, einer Mieterin, die mich jetzt noch nachts beschäftigt.
Die Frau wohnte auch schon Jahrzehnte im Hause und zog nun im Zuge der Abwanderung in eine eigene Erdgeschoss-Wohnung nach Duisburg. Sehr wohlhabend aber deshalb auch hinter dem Geld her.
Ich hatte ein Kautionssparbuch, das in den 70er Jahren angelegt von meiner Mutter auf mich überschrieben war. Das betraft die Wohnung mit dem Mottenbefall und mit Kosten für mich für über 9.000,– Euro. Da ich jetzt etwas Luft hatte ging ich zur Sparkasse. und löste das Sparbuch auf. Ein Betrag von rd. 900,– Euro kam zu mir.
Und jetzt kommt es. Zwei Tage später bekam ich ein sehr unangenehmes ja freches Schreiben der alten Mieterin, ich hätte noch ein Kautionssparbuch , den Gegenwert wüsste sie nicht so genau aber sie verlange sofort das Geld da sie ja die Wohnung so gut hinterlassen habe. Und ich hatte ihr Tage zuvor eingehend geschrieben was ich persönlich an Geld – genau ausgewiesen – in diese Wohnung gesteckt habe mit viel zeitlichem Stress damit die neuen Mieter so schnell wie möglich einziehen könnten.
Als ob sie mein Schreiben überhaupt nicht erhalten habe stellte sie ganz frech ihre Forderungen. In den letzten Nächten bin ich wachgeworden und habe immer wieder über den Charakter gerade der Älteren nachgedacht um die wir uns alle gekümmert haben, die eine beneidenswert günstige Miete hatte und die nur wegen ihrer körperlichen Schwierigkeiten aus der zweiten Etage ausziehen wollte trotz Aufzug.
Ich habe bis heute auf diese Unverschämtheit nicht geantwortet. Soll sie sich einen Anwalt nehmen.
Am Nachmittag kam noch ein Freund von mir mit Erdbeerkuchen und Sahne von Heinemann. So lecker. Und plötzlich war die Ecke im Dachgarten voll. Meine Tochter kam mit Lumi, Ulla legte an diesem Nachmittag eine Sonderschicht ein und alle bekamen Erdbeerkuchen. Und es wurde so richtig gemütlich in der schattigen Ecke. Der Stress war ausgebremst.
Und zum Schluss des Tages sah mal wieder TV – eine Wiederholung des Films über Mooshammer und seiner Mutter. Das hat mich dann endlich mal abgelenkt.
Zum Schluss haben wir uns dann einen Zug nach Berlin ausgesucht mit dem ich dann am Freitag nach hier kommen wollte. Wenn man zeitlich unabhängig ist gibt es eine gute Auswahl.
Ich buchte für Freitag den 4. Juni mittags einen Zug von Düsseldorf nach Berlin – Ostbahnhof, Ruheabteil mit Sitzplatzreservierung für sage und schreibe Euro 113,80 – hin und zurück . Da bekäme ich bei meinem Wagen nicht den Tank voll für eine Fahrt. Und ich hatte keinen Koffer dabei nur mein Handgepäck mit viel Lesestoff. 16 kg wollen auch geschleppt sein.
Und am Ostbahnhof stand mein Freund Bernd – nach Monaten endlich mal wieder Umarmung – und wir sind dann auf meinen Vorschlag zu mir nach Hause, ich ersparte ihm die vier Stockwerke sondern bat ihn bei unserem Nachbarn Alberto einen Tisch zu besorgen, an dem wir dann unser erstes Wiedersehen bei Spargel ect. gefeiert haben.
Ich musste einfach feststellen dass ich sehr erschöpft bin und auch heute noch aufpassen muss mich nicht zu übernehmen.
Meine Tochter hat mit Lumi jetzt für die nächste Woche für Düsseldorf die Verantwortung übernommen.
Es sind schon wieder Einladungen hier auf dem Tisch für Berlin, aber morgen hole ich erst mal Luft und werde in die Stadt fahren.
Und im Laufe der Woche will ich Euch mal zeigen dass es auch anders geht das Leben ohne Arbeit zu genießen.
Ganz liebe Grüße aus der Hauptstadt – ich will hier einfach tief Luft holen und daran denken, dass ich so viel Zeit nicht mehr habe um das zu genießen, was ich mir hier geschaffen habe.
Alles Liebe
Manfred




Leave a reply