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Pfingstmontag – heute am Morgen
schon um 6 Uhr strahlende Sonne -seit Mittag wieder Regen.
Also setze ich mich an den PC um kurz über meine Zeit auf Ibiza zu berichten obwohl mir meine Tochter strenges Schreibtischverbot über die Feiertage verordnet hat.
Die Zeit auf Ibiza ist für mich keine Zeit zur Erholung. Alleine die Besuche mit meinen Freunden zum Essen und die schönste Wanderung durch die blühende Landschaft mit Bernd und den Freunden waren für mich
Erlebnisse – ansonsten gibt mir die Insel und vor allem die Verwaltung für verschiedene Belange als Eigentümer auf der Insel überhaupt keinen Erholungswert mehr.
Mal kurz einen Überblick.
Alleine dass meine Freundin Hanne nicht mehr auf der Insel ist machte mich bei diesem Aufenthalt oft sehr traurig. Wie war das immer so aufbauend wenn ich von einer der Sitzungen zurück kam, müde aus der Wäsche sah und sie stand dann am frühen Abend, vor meinen Nachrichten in der Türe, mit einem frischen Teilchen oder Brötchen, mit einem Buch und wir haben dann bis zu den Nachrichten bei einem Glas Wein diskutiert wie das Leben so weiter gehen könnte. Und immer wieder die Mahnung an mich “pass auf Dich auf”. Und dann hatten wir gelacht, gelästert und auch ernst miteinander diskutiert. Dass sie nicht mehr da ist nimmt mir viel von meiner Kraft bei den täglichen Auseinandersetzungen dort während des Tages.
Ich kam mit den Problemen des Wagens an. Das wird sich nicht wiederholen. Aber ich möchten den Freunden eine Möglichkeit geben durch meinen Beitrag etwas zur Rente dazu zu verdienen. Paco hatte ja vor Monaten einen schweren Verkehrsunfall, ich sah ihn bei der Abreise. Macht mich sehr traurig einen so starken Mann so abgebaut zu sehen. Kaum ein Lächeln, nur am Stock, eingefallen , er wird ärztlich versorgt aber steht doch sehr unter der Fuchtel von Jenny. Er ist einige Jahre jünger als ich, aber ein alter hilfloser Mann geworden.
Mein erstes privates Treffen hatte ich mit meinen Freunden Marilena un Lewy. Sie hatten mich zum Mittagessen abgeholt und wir haben am Hafen von Eularia so lecker gegessen. Marilena hatte seit meiner Abwesenheit im Nov. im vergangenen Jahr meine Wohnung versorgt – super , ich konnte mich ,als ich ankam, sofort wohlfühlen. Sogar meine Gardienen waren gewaschen und fertig gemacht, meine Schränke mit Politur toll aufgefrischt, alles war so dass ich mich wie nach Hause gekommen fühlte. Nun arbeitet sie wieder und ich freue mich für sie und Levy, denn für sie waren die Monate ohne Beschäftigung sicher nicht angenehm und frustrierend.
Und zwischendurch immer wieder Kontaktgespräche. Mit der Steuerberatung über die Versteuerung der Lokales, mit der Verwaltung Siesta über die anstehende Eigentümerversammlung, die Liste kann ich fortsetzen.
Aber am Sonntag , wie schon seit Wochen geplant und durch eine Reservierung der Wirklichkeit nahe gebracht trafen sich Danijela und ich uns im La Casita um ganz lecker zu essen. Aber das Preisgefüge auf der Insel ist total unterschiedlich. Und wenn man dort lebt kann man sich das ja merken und sein Ziel aussuchen was gerade in der Geldbörse so zur Verfügung steht.
Die Tagesmenüs etwas gehoben liegen so bei Euro 16.–Am leckersten hat mir das Menü im Varadero geschmeckt, ausgesprochen nach meinem Geschmack, Muscheln so wie hier bei uns in der Altstadt als Vorspeise, dann Pulpo, bei dem Gedanken läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen und zum Nachtisch einen tollen Käsekuchen. Das Varadero liegt direkt am Strand, früher hieß es White. Leider war es etwas windig und die Plätze draußen wurden durch Plane etwas geschützt. Der anschließende rund einstündige Strandspaziergang war mein einziger Aufenthalt im Strand. Aber so sonnig dass ich etwas Sonnenbrand mit nach Hause brachte.
Dann stand die Eigentümerversammlung für unser Haus an. Ich hatte die Vollmachten für meine Freunde in Frankreich und es wurde eine sehr lebhafte Versammlung da die Miteigentümer doch alle Angst um den weiteren Ausbau um Altamira hatten und haben. Wir müssen um alles kämpfen und Hilfe? Nee, jeder ist sich selbst der Nächste. Es kam nicht wie in den Vorjahren zu Streitgesprächen, denn es ging diesmal nicht um Investitionen wie in den Vorjahren sondern um Wegerechte, Grundstücksgrenzen, Sichtverhältnisse ect. Aber Lösungsansätze ? Und das wird nicht das Ende sein. Da gibt es Verbindungen die wir nicht kennen, da werden Verdächtigungen ausgesprochen die nicht haltbar sind. Viel Lärm aber wenig an Lösungen parat.
In der darauf folgenden Nacht habe ich mich in meiner Phase des Wachwerdens, immer meine gute Phase zum Nachdenken, entschlossen dass ich die beiden seit mehr als vier Jahren zur Versteigerung anstehenden Lokales nicht mehr kaufen werde. Was soll ich da noch einmal hundertausend und mehr Euro investieren? Wofür?
Und als ich dann frühstückte habe ich mir gratuliert. Nein, im Gegenteil, ich werde meine Lokales verkaufen und wenn das über die Bühne ist dann ist die Wohnung dran die Hanne und Hubertus bewohnt haben. Und Interessenten sind schon da. Meine spanische Miteigentümerin hat schon ein längeres Gespräch mit mir nach der Sitzung geführt. Sie möchte mein Studio kaufen das an ihre Wohnung angrenzt. Ein Durchbruch und sie hätte eine zusätzliche große Terrasse zu ihrer kleinen Wohnung ohne Balkon. Nein, was sollen denn Verena, Christian und Uwe sagen wenn ich ich Domizil verkaufen würde.? Nein, sie kann sich vergrößern aber nur im Rahmen meines Angebotes.
Am darauffolgenden Tag hatte ich die Buchprüfung für die Gesamtanlage Can Furnet auf meinem Programm.
Auch in diesem Büro sind die Arbeitskräfte zur Hälfte im Home-Office. eingesetzt. Die Buchprüfung, immer mit einem Dolmetscher, habe ich abgearbeitet, aber bitte nicht noch einmal. Ich trage die volle Verantwortung ohne einen Euro in die Tasche zu bekommen. Nein, auch da will ich nicht mehr einspringen.
Inzwischen hatte ich mit Hilfe von Bernd mich zu einem Test beim Flughafen für den Rückflug angemeldet. Es ging ja das Gerücht dass Passagiere, die einen Impfpass mit doppeltem Impfnachweis vorlegen könnten, keinen Test mehr machen müssten. Aber nicht mit mir.. Sollte ich da eine Dame beim Check In haben die mal soeben abgestellt worden wäre, was wäre wenn sie nicht informiert wäre?. Ich habe also den Test gemacht, ging sehr gut einen Tag vor dem Abflug und ich stand vor dem Check In mit voller Mappe. Alles dabei, nix fehlte und ich ging nach der doch wenig erholsamen Zeit auf der Insel durch die Sperren und war recht froh wieder nach Hause fliegen zu können. Im Moment und bis auf weiteres ist die Insel für mich nur noch eine Arbeitsstelle mit vielen Unbekannten.
Und was vermisse ich – natürlich Hanne , die unsichtbar auf mich aufpasst, und meine kleine auf einem Augen blinde schwarz-weiße Katze. So wie ich erkennen konnte sind seit Nov. sämtliche Katzen kastriert worden. Dem oder der Person, die das veranlasst hatte sei herzlich gedankt. Ein dicker Kater, der irgendwann einmal über meine Terrasse stolzierte, hatte aber alles bei sich was sich die Normalkatze wünscht. Und er war wütend,dass ich in seiner Nähe ein Auge auf ihn hatte. Kaum war ich aus seiner Reichweite, ab an meine Schiebetüre zur Terrasse und ein dicker Strahl Markierungspipi lief meine Glasscheibe runter. Und er verschwand als vermeintlicher Sieger.
Also ja zu Ibiza wenn man als Tourist gerade Strand oder das Campo genießen möchte, nein wenn man sich mit den Behörden auseinandersetzen muss. Sie haben kein Personal, keiner vom Festland will auf die Insel, sie sind nicht einsatzbereit was ich ja nach den Jahren unerbittlich erfahren habe.
Meine nächste Tour geht nach Berlin, auch da ist die Verwaltung überfordert. Ich will mich mit meinen Freunden abstimmen wie wir da weiter kommen.
Und jetzt werde ich mich zurückziehen um mich morgen mit der Post auf dem Schreibtisch zu beschäftigen.
Macht es gut , drückt mir die Daumen für die nächste Zukunft.
Manfred




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